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AW: Wie ist das jetzt mit rohem Getreide?
Hallo raphi,
> man liest ab und zu, dass Getreide erschlossen werden muss (ob erhitzt
> oder gekeimt, was auch immer).
Dahinter steckt die Vorstellung, daß rohes Getreide für den Menschen nicht oder nur schwer verdaulich ist. Das ist aber natürlich unsinnig. Der Mensch kann unerhitztes Getreide genauso problemlos verdauen, wie eine unerhitzte Banane oder einen unerhitzten Apfel.
> Anderswo liest man wieder nur von den Vorzügen von rohem Getreide.
Das wird auch durch praktische Erfahrungen belegt, wie bspw. die von Hindhede, Bernasek, Kollath und letztendlich Bruker, die u.a. zeigten, daß diverse ernährungsbedingte Krankheiten durch unerhitztes Vollgetreide verhindert werden können.
Das Vollgetreide ist ein wichtiger Lieferant von nativem Eiweiß und eines seiner wichtigsten Merkmale ist ein Überschuß an B-Vitaminen. Da unsere heute typische Ernährung durch einen Mangel an B-Vitaminen gekennzeichnet ist, ist unerhitztes Getreide natürlich eine wertvolle Ergänzung.
> Oder gibt es so etwas wie eine Altersgrenze, dass man z.B. Kindern
> unter zwei Jahren kein rohes Getreide geben sollte?
Nein. Auch Säuglinge können unerhitztes Getreide problemlos verdauen, es muß dann natürlich sehr fein vermahlen sein. So ist die mit unerhitztem Getreide zubereitete Frischkornmilch bzw. Frischkornmandelmilch ein adäquater Ersatz, wenn das Stillen des Kindes nicht möglich ist.
Der Säugling kommt ja mit einem voll ausgereiften und voll funktionsfähigen Verdauungssystem zur Welt, lediglich die Darmflora entwickelt sich noch entsprechend der Nahrung.
Eine Ausnahme besteht lediglich bei Zöliakie, bei der zunächst die glutenhaltigen Getreidesorten gemieden werden müssen, bis die Krankheit ausgeheilt ist.
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