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12.02.2010, 11:34
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Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe Beitrag #1
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Feuer und Flamme!
Registriert seit: 08.2004
Ort: München
Beiträge: 11.046
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Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe
Hallo ihr Lieben,
vor einiger Zeit, als ich mich selber mit dem Thema auseinandergesetzt habe, weil ich mich vegetarisch (bzw. vegan) ernähren wollte, fand ich es sehr mühsam, mir die entsprechenden Informationen zu besorgen. Es kursieren ja, gerade über Veganismus, auch jede Menge Vorurteile und Halbwahrheiten. Daher habe ich mal einen Text zusammengestellt, wo ich auf solche Fragen, die mich selber auch beschäftigt haben, eingegangen bin und mir die Infos aus dem www zusammengekramt habe.
Vielleicht hilft das dem einen oder anderen ja bei der Entscheidung auch vegan (oder vegetarisch) zu leben. Oder zumindest hoffe ich dass der Text helfen kann, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen.
Vielleicht wäre einer der Moderatoren so lieb und diesen Beitrag ganz oben anzupinnen, damit er nicht verloren geht? Und es wäre natürlich gut, wenn das hier kein Diskussionsthread werden würde, sondern reine Information!
Liebe Grüße
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12.02.2010, 11:35
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Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe Beitrag #2
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Feuer und Flamme!
Registriert seit: 08.2004
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Beiträge: 11.046
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AW: Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe
Begriffserklärung
Zunächst klären wir mal die Frage, was ist eigentlich ein Vegetarier und was ist ein Veganer:
Vegetarier sind Menschen, die auf Fleisch verzichten und zusätzlich noch auf bestimmte weitere Tierprodukte wie Milch und/oder Eier.
Veganer hingegen verzichten grundsätzlich auf alle tierischen Produkte. Dies schließt z.B. auch Honig mit ein und betrifft meist nicht nur die Ernährung, sondern alle anderen Lebensbereiche auch. So verzichten Veganer meist auch auf Leder, Putzmittel, die in Tierversuchen getestet wurden, Dekomaterialien aus Federn, Wollpullover, Daunenbetten, Seidenprodukte etc.
Und da das nun geklärt wurde, kann es ja jetzt losgehen.
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12.02.2010, 11:37
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Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe Beitrag #3
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Feuer und Flamme!
Registriert seit: 08.2004
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Beiträge: 11.046
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AW: Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe
Der Mensch, ein Fleischesser?
Immer wieder wird von Fleischessern (und insbesondere von denen, die mit Fleisch Geld verdienen) behauptet, der Mensch sei doch ein Fleischesser, ja sogar ein Raubtier. Aber ist er das wirklich? Schauen wir doch mal:
Was tut ein Raubtier, nehmen wir mal einen Löwen als Beispiel, um zu überleben? Zunächst einmal wartet er auf eine passende Gelegenheit, sich seiner Beute nähern zu können. Dann sprintet er los, hinter dem fliehenden Beutetier her, fängt es, indem er seine scharfen Krallen ins Fleisch der Beute schlägt und tötet es mit einem Biss in die Kehle. Dann reißt er mit seinem scharfen Gebiss Fleischstücke heraus und frisst sich satt.
Und der Mensch? Hat er diesen Instinkt ebenso? Wohl kaum, sonst wäre es uns wohl kaum möglich, einen entspannten Waldspaziergang zu unternehmen, ohne mit der Nase nach Beute zu wittern, ohne, sobald ein Hase über den Weg springt, hinterherzuhetzen, ihn zu erlegen und ihn mit einem Kehlbiss zu töten, um dann genüsslich sein Blut zu trinken und uns an seinem noch warmen Fleisch zu laben. Eine abschreckende Vorstellung, oder?
Wir können also folgern, dass uns Menschen der Raubtier-Instinkt fehlt.
Weiter: Was ist mit unseren Zähnen. Das sind wohl kaum die Zähne eines Gras- oder Blätterfressers. Richtig. Dazu sind unsere Zähne nur bedingt geeignet. Haben wir also das Gebiss eines Fleischfressers? Vergleichen wir doch mal: Wir haben Schneidezähne, Raubtiere auch. Unsere Eckzähne sind spitzer als die anderen, also müssen es doch Reißzähne sein, oder? Leider Falsch. Mit unseren unterentwickelten Eckzähnen wären wir wohl kaum in der Lage Beute zu fangen, festzuhalten, sie zu töten und große Fleischstücke herauszureißen. Und zu guter Letzt die Backenzähne. Wenn diese nun nicht geeignet sind, raues Gras und Blätter zu zermalmen, dann müssen sie doch zu einem Raubtier gehören. Oder etwa nicht? Die Backenzähne von Raubtieren sind scharf wie Messer, damit sie in der Lage sind, das Fleisch aus ihrer Beute "herauszuschneiden" und vom Knochen abzusägen. Tja, wir ahnen es schon. Dazu sind unsere Backenzähne wohl nicht zu gebrauchen.
Nächstes Thema: Die Verdauung. Gras- und Blätterfresser haben einen sehr langen Darm und teilweise sogar mehr als einen Magen, um die Nährstoffe aus den kargen Grashalmen optimal herauszubekommen und zu verwerten. Davon kann ja bei uns Menschen wohl kaum die Rede sein. Haben wir also einen Raubtier-Darm? Sorry, ich muss euch schon wieder enttäuschen. Zwar ist unser Darm viel Kürzer als der von Grasfressern, ein Fleischfresserdarm ist es deshalb aber noch lange nicht. Denn, man glaubt es kaum, dazu ist er immer noch zu lang. Um von Fleisch keine Verdauungsprobleme zu bekommen, müssen wir es zubereiten. Sei es nun trocknen, braten, kochen oder ähnliches. Rohes Fleisch in größeren Mengen ist für uns schwer verdaulich und dürfte den meisten wie ein Stein im Magen liegen.
Ja, aber wenn der Mensch nun weder Raubtier noch Grasfresser ist, was ist er denn dann? Verdauungsapparat, Gebiss und unsere Instinkte lassen darauf schließen, dass wir sog. Fruitarier sind, also spezialisiert darauf, Früchte, Wurzeln und Gemüse, sowie Nüsse optimal zu verdauen und zu verwerten. Dies gilt übrigens für so ziemlich alle Primaten, bei denen Fleisch nur äußerst selten auf dem Speiseplan steht. Wenn überhaupt…
Und wie fand nun das Fleisch seinen Weg auf unsere Teller? Die Antwort ist recht einfach und logisch. Als es zu einer Eiszeit kam, gab es nicht genügend Früchte zum überleben. Weil der Mensch aber schon damals sehr erfindungsreich und schlau war, suchte er nach einer Möglichkeit dennoch sein Überleben zu sichern. Er begann zu jagen. Er brauchte das Fleisch also nicht, weil er genetisch darauf programmiert war, ein Jäger zu sein, sondern schlicht und ergreifend zur Erhaltung der Art. Und weil er eines Tages lernte, das Fleisch über dem Feuer zu garen und es somit besser verdaulich zu machen, behielt er es auf seinem Speisezettel.
Ein weiteres Indiz dafür, dass der Mensch nicht im Geringsten ein Fleischesser ist besteht in der Tatsache, dass wir zwar jahrelang, sogar ein ganzes Leben lang, in der Lage sind, ohne tierische Nahrungsmittel gesund und leistungsfähig zu bleiben (ohne irgendwelche künstlichen Nahrungsergänzungspräparate), dies jedoch bei ausschließlichem Verzehr von Fleisch nicht möglich ist. Hinweis darauf geben uns die seit Anfang des 20. Jahrhunderts sprunghaft ansteigenden sog. "Zivilisationskrankheiten", die just in dem Moment anstiegen, als Fleisch vom Luxusartikel (das nur äußerst selten und nur zu besonderen Anlässen auf den Tisch kam) zur billigen Massenware verkam, die nun in fast allen Haushalten täglich gereicht wurde.
Siehe dazu unter: vegetarier.net/modules.php?name=Sections&op=viewarticle&artid=2
Und noch ein weiteres Indiz, dass der Mensch kein Fleischesser ist, liefert die Tatsache, dass alle Raubtiere und Fleischesser ihr Vitamin C selbst herstellen können. Pflanzenesser können das nicht und müssen das Vitamin C mit der Nahrung in ausreichender Menge aufnehmen.
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12.02.2010, 11:37
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Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe Beitrag #4
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~~Flightless Bird~~
Registriert seit: 10.2008
Beiträge: 296
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AW: Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe
Huhu Candle,
wirklich gute Idee
Hilft bestimmt einigen...
Liebe Grüße
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12.02.2010, 11:38
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Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe Beitrag #5
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Feuer und Flamme!
Registriert seit: 08.2004
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Beiträge: 11.046
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AW: Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe
Warum vegan?
Tja, warum soll man denn nun eigentlich vegan leben? Hier sind einige der Gründe:
Ganz oben auf der Liste steht natürlich der Tierschutz. Veganer sagen, dass es genau so Unrecht ist, ein Tier zu töten oder zu quälen oder auszubeuten, wie es Unrecht ist einem Menschen so etwas anzutun. Sie sagen, dass Tiere genau so ein Recht auf Unversehrtheit haben, wie Menschen, und weigern sich, die Ausbeutung der Tiere zur Nahrungsproduktion weiterhin zu unterstützen.
Dann gibt es die Veganer, die dies aus religiösen Gründen praktizieren. Als Beispiel seien da die Hindus aus Indien genannt.
Auch gesundheitliche Gründe können dazu führen, zum Veganer zu werden. Menschen z.B., die eine Laktoseintoleranz haben und ihren Körper nicht mit chemischen, künstlichen Nahrungsergänzungen belasten wollen. Auch bei mir gibt es einen gesundheitlichen Grund. So leide ich unter einer Hautkrankheit, Keratosis pilaris genannt, die ich mit einer veganen Ernährung deutlich verbessern konnte. Auch Menschen mit Herz- und/oder Kreislaufproblemen, Osteoporose, entzündlichen Gelenkserkrankungen, Übergewicht (wobei hier natürlich zu betonen ist, dass Veganismus keine Diät ist und auch keine Garantie für einen schlanken Körper), anderen Stoffwechselerkrankungen etc. können von einer veganen Ernährung profitieren, manchmal sogar eine deutliche Besserung ihrer Symptome herbeiführen. Sogar bei Krebs wird von einigen Medizinern eine vegane Ernährung zur Therapieunterstützung empfohlen.
Es gibt auch spirituelle Gründe, auf tierische Produkte zu verzichten. So soll z.B. in einigen Glaubensrichtungen der Verzehr von tierischen Produkten die Erleuchtung verhindern.
Sicher gibt es noch viele weitere gute Gründe, vegan zu leben. Und sicher hat auch jeder Mensch seine eigene Geschichte, wie und warum er zum Veganer wurde.
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12.02.2010, 11:39
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Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe Beitrag #6
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Feuer und Flamme!
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Beiträge: 11.046
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AW: Auf dem Weg zum Veggie - eine Einstiegshilfe
Milch, Milchprodukte und Laktoseintoleranz
Zu diesem Thema gibt es unzählige Studien. Ist Milch nun gesund oder nicht? Ist Laktoseintoleranz eine Krankheit, die mit Medikamenten behandelt werden muss? Schützt Milch vor Osteoporose, weil sie viel gesundes Kalzium enthält? Fragen über Fragen. Versuchen wir uns einen Überblick zu verschaffen:
Die Natur hat allen weiblichen Säugetieren die Muttermilch geschenkt, damit diese ihre Kinder in den ersten Lebenswochen oder -monaten optimal versorgen können, und die Kleinen groß und stark werden. Also ist Milch grundsätzlich etwas sehr gutes und gesundes. Wie ist es aber nun, wenn ein Tierkind artfremde Milch bekommt? Nun, dann ist diese artfremde Milch für das Tierkind schon nicht mehr so gesund, ja es kann sogar daran sterben. Denn Mutter Natur hat die Milch eines jeden Säugetieres genau auf die Bedürfnisse dieses einzelnen Tierkindes zugeschnitten. Jede Muttermilch unterscheidet sich von der anderen in Fett- und Eiweißgehalt, Enzym- und Vitamingehalt und auch Antikörpergehalt, denn Milch ist auch die erste "Impfung" die ein jedes Säugetier von seiner Mutter bekommt, bevor sich sein eigenes Immunsystem entwickeln kann. Muttermilch ist also nur für das eigene Kind gedacht, nicht für artfremde Kinder.
Damit das Kind Milch verstoffwechseln kann, benötigt es ein Enzym, die sog. Laktase, die die Laktose in ihre Bestandteile aufspaltet. Nach dem Abstillen wird dieses Enzym in der Regel nicht mehr benötigt, und somit auch nicht mehr vom Körper hergestellt. Und hier haben wir dann auch schon die Ursache für die sog. Laktoseintoleranz. Wegen der fehlenden Laktase kann der Milchzucker nicht mehr verstoffwechselt werden und führt zu den bekannten unangenehmen Folgen, wie Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, ja sogar Mandelentzündungen können durch Milch verursacht werden, weil der Körper Milch als "schädliche Substanz" identifiziert und über die Immunreaktion versucht diese loszuwerden.
Aber Milch ist doch so gesund, enthält viel Kalzium und schützt damit vor Osteoporose, oder? Nein. Zwar enthält Milch außergewöhnlich viel Kalzium, dieses ist jedoch an ein Enzym gebunden, das Kasein, und dieser Kalzium-Enzymkomplex kann vom menschlichen Körper nicht aufgespaltet werden. Somit ist das viele schöne Kalzium für uns wertlos. Im Gegenteil sogar: Um das viele Eiweiß der Milch verdauen zu können, braucht der Körper zusätzliches Kalzium, was er sich aus den Vorräten in den Knochen oder aus dem Zahnschmelz holt. Die Folgen: Osteoporose (eine Krankheit, die in nicht-Milch-trinkenden Ländern wie z.B. China oder Japan fast unbekannt ist) und erhöhte Anfälligkeit für Karies, aufgrund des angegriffenen Zahnschmelzes. Außerdem stellt der hohe Eiweißgehalt der Milch eine erhebliche Belastung für unsere Nieren dar. Nierensteine können die Folge sein.
Weitere Infos sind unter milch-den-kuehen.de/pcrm.html zu finden.
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