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habe mich eine Weile nur passiv im Forum bewegt...
Ich bin momentan im Ausland - noch 2 Wochen. Und ich muss sagen, so langsam halte ich es nicht mehr aus! Es ist laut, heiß, überfüllt... dazu kommt, dass ich hier kaum Sport machen kann und mich körperlich extrem unausgelastet und unwohl fühle.
Ich habe hier vermutlich den größten Kontrast, den man sich vorstellen kann. Komme aus einem 8-Häuser-Dorf und bin jetzt in Bukarest für insgesamt 2 Monate.
Was habt ihr für Erfahrungen mit Auslandsaufenthalten? Wie seid ihr klar gekommen? Seid ihr vielleicht sogar ausgewandert, nachdem ihr ein Land/eine Stadt lieben gelernt habt?
Also ich muss erstmal damit anfangen, dass ich dich total um deinen Auslandsaufenthalt beneide, auch wenn du gerade nicht so glücklich damit bist. Ich habe zur Zeit so schreckliches Fernweh, bin aber noch bis Mai mit meinen Abschlussprüfungen an der Uni beschäftigt, so dass ich nichtmal Urlaub machen kann. Aber dann steht mir die Welt offen. Ich kann es kaum erwarten.
Ich habe von 2004 bis 2005 für 7 Monate in Spanien gelebt und studiert und habe sehr postive Erinnerungen mitgebracht. Auslandsaufenthalte sind meiner Meinung nach eine wunderbare Erfahrung, man hat die Gelegenheit ein anderes Land so richtig zu erleben und kennen zu lernen. Ich fühle mich seitdem in Spanien auch irgendwie zuhause, obwohl meine romantisch verklärte Vorstellung vom Leben im Ausland dort abgebaut wurde. Ich habe gelernt, dass manches im Ausland besser, manches schlechter und vieles einfach anders ist. Die kleinen Macken eines Landes, die man als Tourist nicht wahrnimmt, weil einem der Blick auf das alltäglich Leben fehlt, treten langsam hervor und genauso nimmt man aber auch die eigenen, deutschen Macken wahr.
Am Ende meines Austauschsemesters habe ich mich wieder unheimlich auf Deutschland gefreut, aber mein Blick auf Deutschland hat sich durch die Zeit im Ausland geändert. Vorher konnte ich mir nie vorstellen nach dem Studium in Deutschland zu bleiben, durch den Auslandsaufenthalt, habe ich gelernt, dass ich es auch immer schön finden werde nach Deutschland zurück zu kommen.
Die Anpassung an das deutsche Leben ist mir nach der Rückkehr erstmal schwer gefallen, ich war so an meinen Spanien-Rhythmus gewöhnt, aber im Laufe der Zeit habe ich mir eine neue Normalität erarbeitet. Das Ausland hat mich definitiv verändert, ich bin aktiver und aufgeschlossener geworden. An die Zeit in Spanien denke ich sehr gerne zurück und wenn ich im Kino einen Film wie Pedro Almodóvars Volver sehe, der so voll von spanischen Macken ist, geht mir das Herz auf.
Momentan bin ich wieder unruhig und möchte nach dem Studium gerne nochmal für 1-2 Jahre ins Ausland und wer weiss, vielleicht bleibe ich auch da, aber ich kann mir auch wieder ein Leben in Deutschland vorstellen. Nur vorher muss ich nochmal weg.
Ich war ein Jahr lang in Helsinki. August 05-06. Es war ne tolle, wenn auch anfangs sehr sehr harte Zeit.
Klar, is dein Kontrast sehr krass... ich hab vorher in ner 20.000 Einwohner '''Stadt''' in den Allgäuer Alpen gelebt (ich nenns mal Kaff ^^) und dann in die 1 Mio. Einwohner Stadt Helsinki. Aber ich hab mich schnell zurechgefunden, hab die Sprache gelernt (konnte vorher kein einziges Wort finnisch) und letztendlich wollte ich nicht mehr nach Hause zurück =)
Habs aber - aus Jobgründen - doch getan und bin jetzt froh drüber. Ich gehör in meine Heimat. Feddich aus.
Ähm...2 Monate find ich fast n bissl zu kurz. Ich hab 4 Monate gebraucht um mich richtig einzuleben, um mein Heimweh hinter mir zu lassen. Wollte anfangs jeden Tag meine Koffer packen und abhauen. Hab mir immer wieder n Arschtritt gegeben und naja...ich wurde belohnt =)
Hab zum ersten Mal im Leben bei ner Sache mit durchgebissen und NICHT aufgegeben wenn Probleme auftraten. Bin verdammt stolz auf mich jetzt =)
Gib dir Zeit, und v.a. gib deinem 'neuen Leben' (wenns auch ein Leben auf Zeit is), eine Chance. Du musst offen sein, für die Veränderung die es mit sich bringt. Versuch, es zu genießen und 2 Monate sind echt so schnell vorbei, glaub mir ! Hinterher wirst du dir in ***** beißen wenn du sie nicht richtig ausgereizt hast
Du schaffst das schon. Es dauert eine Zeit lang, bis man auch den Kulturschock in sich aufgenommen hat und damit klar kommt.
Ich glaub an dich =) Aber das solltest v.a. du tun !!!
Ich war ein Jahr in den USA. Hatte arge Probleme mich einzugewöhnen, was auch mit an der Gastfamilie lag. Aber ich blicke immernoch traurig zurück, denn die Zeit dort war einfach toll und ich war schon lange nicht mehr so entspannt und hatte so einen leichten Alltag.
Hier in D gehe ich jeden Tag arbeiten und in den USA waren die Kinder tagsüber in der Schule und ich konnte schlafen oder shoppen oder lag im GolfClub am Pool oder wir waren im Sommer am Strand am Cape. Hach, das war klasse.
Meist wird es wieder schlimm, bevor man nach Hause fährt, dann schleichen die Tage nur so dahin. Aber glaub mir, Du wirst Dich im Nachhinein freuen, diese Erfahrung gemacht zu haben und immer mit Stolz darauf zurückblicken!
mir geht es da wie righteous*babe: ich beneide dich...obwohl bukarest nun nicht wirklich die schönste stadt des balkans ist. aber vieleicht kann ich das nicht wirklich beurteilen, da ich dort nur 1 1/2 tage, letzten august war...
das, was du beschreibst hört sich schon ein wenig nach kulturschock an, und ich muss meiner vorschreiberin recht geben: zwei monate sind zu kurz um den zu überwinden - aber eben doch zu lang um wie ein tourist eher blind in der gegend rumzulaufen.
habe in den USA, in Guatemala, Puerto Rico und Indien (je land zwischen 5 und 18 Monaten) und in Israel und Benin (Westafrika) jeweils ca 3 Monate gelebt...du siehst ich bin eine ziemliche weltenbummlerin
ich persönlich möchte keine der erfahrungen, die ich im ausland gemacht habe missen: ich bin an ihnen gewachsen, habe viel glernt und denke, dass sie mich frei(er) gemacht haben. ich habe gelernt mich in ´fremden´ kulturen zurechtzufinden: üblicherweise erst nachdem ich alle kulturellen verhaltenskodexe verletzt hatte .
ich glaube, dass man den wert von einem auslandsaufenthalt sehr oft erst wieder zu hause erkennt. ich meine, ich war in unzähligen situationen, in denen ich mein gastland einfach nur gehasst habe: die oberflächlichen amis mit ihrem stupiden ´how are you´; der indische klempner der 1 1/2 wochen und 8 std nach dem vereinbarten termin OHNE WERKZEUG bei mir eintrudelt, während meine toilette streikt; die Machoattitude der puertorikanischen Männern, die einem dann ganz gern mal aus dem fahrenden auto heraus eins auf den hintern geben; 3 stunden dicht gedrängt in einem guatemaltekischen bus stehen...das sind alles sachen die ich in dem jeweiligen moment zum-aus-der-haut-fahren fand - aber an die ich mich gleichzeitig heute sehr gerne zurückerinnere: die mein leben bunter und erfahrungsreicher und mich teilweise gelassener gemacht haben im deutschen alltag.
würde man mir heute ein ticket geben...ich wär weg, egal wohin.
aber ich glaube, dass ist halt auch persönlichkeitsbedingt. manche menschen brauchen ihr geregeltes leben, sicherhet, andere können, nein, müssen ohne das leben...
vielleicht wird es dir ja möglich sein der stadt ein paar positive dinge abzugewinnen...
vielen Dank für eure Berichte :-)
Ich bereue es auch nicht, hier zu sein... es gab auch eine Zeit, da hatte ich richtiges Fernweh! Vielleicht ist es jetzt einfach doppelt schwer, weil ich auch in D meine Probleme hatte.
Heute ist es etwas kühler hier, ich fühl mich das erste Mal - von den Temperaturen her - wohl! Aber diese Lautstärke hier, die Hitze, die Armut, der Gestank, das würde ich auf Dauer nicht aushalten!
Und ich bin wirklich froh, dass es nur 2 Monate sind! Ich denke wenn die Gegebenheiten stimmen, hätte ich auch mit einem längeren Auslandsaufenthalt keine Probleme. Aber hier? No way!
Ich hoffe, dass ich meine Vorhaben in D umsetzen kann! Ich habe hier gelernt, dass ich viel intensiver leben sollte! Leider habe ich das aus meinem Elternhaus nicht so erlebt und mir wurde das hier klar, dass ich viel zu wenig unternehme und das Leben viel zu wenig genieße!
Habt ihr nach euren Auslandsaufenthalten euer Leben in D dann tatsächlich geändert und habt ihr das beibehalten können?