Hallo Dickerchenber,
das ist eine sehr gute Frage, die du da stellst! Und gar nicht so einfach zu beantworten, wie es auf den ersten Blick scheinen mag...
Ich glaube, mit dem Sport ist's genau so wie mit dem Essen. Man muss wirklich lernen, auf den Körper zu vertrauen - dabei aber ab und zu auch mal ein bisschen (!) hart zu sich selber sein.
Meine Erfahrung ist folgende: ich habe jahrelang ueberhaupt keinen Sport gemacht. Vor knapp 1-1,5 Jahren dann ganz langsam angefangen. Und zu dem Zeitpunkt musste ich mich auch durchaus ZWINGEN. Klar, ein untrainierter Körper hat's von Natur aus schwerer beim Sport als einer, der sozusagen schon "ausgebildet" ist; 10 min Schnauflaufen machen nicht so viel Spass wie eine locker-leichte Joggingstunde.
Nach ein paar Wochen hat sich das insofern geaendert, als ich mich mit dem Wissen, wie GUT es mir hinterher geht, immer leichter motivieren konnte. Und heute bin ich an dem Punkt, wo mir ohne Sport wirklich was fehlt.
Es ist schon immer mal wieder vorgekommen, dass ich ein bisschen aus dem Tritt gekommen bin (sei es aus beruflichem Stress oder reiner Faulheit

). Das ging immer ganz fix, plötzlich waren 2 sportfreie Wochen um...Dann habe ich mich aber auch allgemein im Alltag schlechter, bzw. unausgeglichener/unzufriedener gefuehlt. Und genau dann ist meiner Meinung wieder der Punkt da, wo man sich ein bisschen zwingen muss.
Aber: uebertreiben darf man's natuerlich auch nicht! Ich habe auch schon den Fehler gemacht, zum Sport zu rennen OBWOHL der Körper eigentlich nein gesagt hat.
Das Schwierige ist halt, herauszufinden, wer genau NEIN sagt: Körper oder Geist/Willen/Schweinehund, nenn es, wie du magst. Ich persönlich versuche, dass an meinen "Alltagsbewegungen" abzulesen. Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad am Meer entlang zur Arbeit. Da geht's ein bisschen rauf und runter, und Wind weht manchmal auch.

Trotzdem ist das jetzt nicht direkt als Sport anzusehen. Wenn mir das schon schwer faellt, merke ich, dass mein Körper heute keinen "richtigen" Sport möchte. Oder Treppen...ich wohne 7 Treppen weit oben. Wenn ich abends nach Hause komme und die Beine ab Absatz 3 schon richtig schwer sind, lass ich den Abendsport definitiv weg.
Und wenn Verletzungen/Krankheit dazu kommen, dann ist natuerlich sowieso Sportverbot.
Insgesamt denke ich aber, dass der durchschnittliche westliche Mensch heutzutage seinen Körper auf keinen Fall "zu sehr" fordert. Wenn der Körper nicht klare Ermuedungserscheinungen meldet, dann beiss ruhig mal.
Mir ist's eigentlich noch nie passiert, dass es mir nach Sport schlechter ging als vorher.
Umgekehrt schon desöfteren mal...
PS: Noch ein Tip - wenn du Sportanfaenger bist, probier ruhig unterschiedliche Sachen aus. Dann wird's nicht so schnell langweilig, und die Chance ist grösser, dass du etwas findest, was dir wirklich und auf Dauer Spass und Freude macht