Ich hab grad mal ein bisschen darüber nachgedacht. Woher diese Ängste, sich zu verändern kommen könnten. Und da ist mir doch tatsächlich was eingefallen:
Als ich das letzte Mal so war, wie ich glaube, dass ICH das bin, hat meine Umwelt mit allen Mitteln versucht mich zu ändern anstatt mich zu akzeptieren. ICh war ein extrem dünnes Kind (ich dachte immer, es hätte daran gelegen, dass ich so oft krank war, aber das stimmt nicht. Ich war schon als Baby so, und war es auch, bis dann so ungefähr mit 5 meine Gesundheitsprobleme losgingen) und jeder wollte, dass ich zunehme. Insbesondere meine Oma, die noch aus der Kriegsgeneration stammte und auch nachdem ich dick wurde und
abnehmen wollte mich davon abbringen wollte (nach 2 oder 3 verlorenen Kilos kam von ihr bereits der Kommentar: "Also das reicht doch jetzt aber, oder?" "Willst du etwa NOCH mehr abnehmen?" oder etwas ähnliches).
Außerdem war ich schon immer ein Einzelgänger, der es geliebt hat, im Dunkeln im Zimmer zu sitzen und die Sterne zu beobachten, sich Geschichten auszudenken oder einfach nur vor sich hin zu sinnieren. Aber dann bekam ich von allen zu hören: Du musst doch mal rausgehen. Hock nicht den ganzen Tag in deinem Zimmer. Beschäftige dich doch mal. Geh doch was spielen. Und so weiter und so weiter.
Dann war ich schon immer sehr sensibel. Und wenn ich dann z.B. bei irgendwas meine Bedenken äußerte oder der Meinung war, meine Eltern hatten etwas nicht gut genug durchdacht oder so (

) sollte ich nicht "soviel dummes Zeug erzählen" oder "den Mund halten" oder "mal ne Pause machen" oder ähnliches. Oder wenn meine Eltern behaupteten, alles sei in bester Ordnung, ich aber ganz genau spürte, dass irgendeine Spannung in der Luft lag. Da verlernt man dann als Kind seinem eigenen Urteil zu vertrauen, denn die geliebten Eltern haben schließlich immer Recht.
Oder wenn ich Gefühle zeigte: Wenn ich wütend war und dies ausdrückte hieß es, "Spinn hier nicht rum!" "Krieg dich mal wieder ein". Wenn ich traurig war, war es irgendwan "genug". Wenn ich Angst hatte, wurden Witze darüber gemacht, ich solle "mich nicht so anstellen", "Hab dich nicht so", "Da ist doch gar nichts". etc.
Das, was ich also eigentlich bin (bzw. war) ist nicht ok: Ein nachdenklicher, schlanker und sensibler Einzelgänger. Alles Eigenschaften, weswegen ich mich früher zurückgewiesen fühlte (ohne zu behaupten, dass es auch so gemeint war. Es war mein GEFÜHL).
Mal sehen, ob ich mit meiner Schattenschwester mal darüber reden kann

Ich will meine Sensibilität zurück