Hallo alle zusammen,
Ich befinde mich in einer Phase des Globalzweifels an der NatS-Methode. Auslöser dafür war die Waage (

ja, ich weiß), die mir eine Zunahme von 3 kg anzeigte, die ich in den Monaten davor eigentlich verloren hatte - eben mit NatS. Ich hatte mich so gefreut, dass das System zu funktionieren schien und auch meine Hosen passten in letzter Zeit eher noch besser, so dass ich aus allen Wolken fiel, als ich das auf der Waage sah (ich wiege mich etwa alle 2-4 Monate).
Aber diese Zunahme stellt für mich in Frage, ob ehemalige Essgestörte wie ich überhaupt je lernen, es richtig anzustellen. Mit "richtig" meine ich, dass man wirklich Gewicht Gewicht sein läßt, sich mit seinem Körper abfindet, insofern er scheinbar sein Halte-Gewicht gefunden hat, und sich weder um Kalorien noch Zahlen noch Maße noch Vorgaben noch Empfehlungen schert, sondern nur noch darum, wann man auf was und wieviel Hunger hat.
Ich habe das Gefühl, ich werde das Bedürfnis, doch immer schlanker sein zu wollen, als ich bin, niemals los. Ich befürchte, niemals mit dem Kalorienzählen aufhören zu können. Niemals diese Kontrolle aufzugeben. ICh denke einfach permanent darüber nach, wann, wieviel, wieviel noch? Ich kaufe immer noch Lebensmittel nicht, weil sie m.E. zuviele Kalorien enthalten, obwohl ich Lust drauf hätte. Ich esse immer noch lieber viel zu wenig, als mich satt, weil ich solche Angst vor meinem Körper habe. Ich esse generell zu wenig, wenn ich das z.B. mit den Portionen von Freunden vergleiche, wenn wir gemeinsam essen.
Und all dies k**** mich derzeit so maßlos an! ICh habe nicht das Gefühl, da gibt es einen Knoten, der nur irgendwann platzen muß - NEIN, ich denke, ich lerne es einfach nicht mehr. Ich esse nie wieder normal. Vor allem diese Kalorienzählerei und das Nachdenken darüber, was man schon gegessen hat und wieviel man noch darf, das ist wie eine zweite Haut und ich kann mich nicht mehr an die Zeit davor erinnern (vor ca. 6 Jahren) als ich damit angefangen habe. Also ich meine, magersüchtig und bulimisch war ich davor auch schonmal gewesen, aber ich habe mir damals trotzdem weniger Gedanken darum gemacht, was ich da tue, sondern es einfach gemacht, wie unbewußt.
Irgendwie wäre es schön, es gäbe unter euch Leute, die Ähnliches kennen. Und vor allem Leute, die das überwunden haben, denen die Methode langfristig Erfolg beschert hat (gewichts- und/oder denktechnisch). Ich stehe nämlich vor der Entscheidung, ob ich das überhaupt noch mache, oder nicht doch wieder zum gewohnten Kalorienzählen zurückkehre, um das Gewicht wieder zu reduzieren und mich somit abfinde, dass ich einfach immer unzufrieden mit meinem Gewicht sein und ein Problem mit dem Essen haben werde.
Liebe Grüße
Illina