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Natürlich Schlank Methode

Mit der Natürlich Schlank Methode kann man ein natürliches Essverhalten (wieder-) erlernen, ein eher ungezwungenes Verhältnis zum Thema Essen aufbauen und dabei ein normales Gewicht erreichen.


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Alt 01.03.2009, 16:42   No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch Beitrag #1
Szasza
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 04.2007
Beiträge: 9
No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch

Hallo,
ich bin neu, aber ich bin ein Fan der "natürlich schlank" Methoden - weil sich über die Jahre zumindest für mich diese Methoden als die einzigen wirklich funktionierenden herausgestellt haben. Aber: Ich habe auch mit den gängigen natürlich-schlanken Methoden immense Probleme, die wirklich durchzuhalten und zu praktizieren.

Da mich das Thema "Diät" und "was funktioniert überhaupt" auch generell interessiert, stöbere ich gern nach neuen Methoden oder anderen Denkanstössen. Dabei bin ich vor Jahren schon in irgendeiner Wissenschaftsnachricht irgendwo auf einen Nebenhinweis gefallen, dass ein Psychologe in einer Studie Leuten einfach nur "anders leben" (statt anders essen) verordnet hat und damit gute Erfolge erzielt hatte.

Natürlich habe ich Autor und Idee prompt wieder vergessen und bin aber vor einem halben Jahr nach Stunden Rumgooglens endlich auf die Quelle gestossen. ("No diet diet" von Fletcher/Pine heisst das Buch, ja der Titel ist grausam und Ja, es ist auch auf Deutsch (Heyne) erhältlich inzwischen...)

Im letzten halben Jahr habe also mit diesem Ansatz experimentiert und finde den ausgesprochen gut und alltagstauglich und funktionierend.

Er steht und fällt allerdings - wie alle Ansätze, die auf einer Lebensveränderung hin zu einer natürlichen Essweise beruhen - damit, dass man den Wandel wirklich MACHT und LEBT, das will ich gleich dazu sagen. (Ich falle nämlich auch regelmässig wieder in den alten Trott...)

Die Grundidee:

Statt am Essen etwas zu ändern, ändert man als Übergewichtige den Lebensstil, der sich nämlich von natürlich schlanken Leuten in vielen Nuancen unterscheidet. Leben die Leute einen schlankeren Lebensstil, brauchen sie nicht mehr soviel zu essen.

Das Programm:

Man macht jeden Tag etwas anders oder neues. Das Essverhalten spielt keine Rolle. Daran wird nicht rumgedoktert. Der Fokus richtet sich vollständig auf "anders leben", "andere Dinge tun" und "sich anders verhalten".

Das bezieht sich manchmal auf so simple Dinge wie "heute kein Fernsehen" (als Internet-Junkie habe ich diese Aufgabe für mich in "heute kein Internet" umgewandelt oder auf Verhaltensweisen "heute halte ich mal den Mund" (wenn ich sehr lebhaft und eher rechthaberisch bin) oder "heute sag' ich mal was" (wenn ich eher still und schüchtern bin). Grundsätzlich tut man etwas Neues oder man macht alte Verhaltensweisen einfach mal anders und gibt sich täglich einen kleinen Schubs, sozusagen.

Die Idee dahinter:

Man versucht, an kleinen Ecken und Enden den gewohnten Lebens- und Alltagstrott aufzubrechen und sich sozusagen aufzurütteln. Durch die Veränderung verbessert sich die allgemeine Gefühlslage und das ermöglicht, gelassener mit Essen umzugehen. Weil man flexibler ist, und flexibler auf den Alltag und Probleme reagieren lernt, benötigt man weniger Essen als Ersatz für etwas anderes.

Bei MIR zumindest schlägt der Ansatz sofort und sehr gut an - vor 2 Jahren habe ich damit schonmal einen Sommer lang "aus Versehen" experimentiert (bedingt durch starke Veränderungen in meinem Privatleben, Beziehungstrara und all sowas habe ich ganz aus Versehen viele Dinge anders gemacht) und *schwupp* waren das 10 Kilo weniger und das wirklich unter völliger Ignoranz, auch nur _irgendwo_ auf's Essen zu achten.

Das war sehr, sehr erholsam - weil mich an den "nur essen, wenn man Hunger hat" Ansätzen sehr stört, das man weiterhin ständig in sich rein horchen muss, ob man nun Äpfel oder Birnen will, ob man Hunger hat, ob man satt ist und all sowas. Mich strengt das wirklich wahnsinnig an und laugt mich geistig total aus.

Ein hochinteressanter Nebeneffekt ist, dass man ein sehr scharfes Gespür dafür entwickelt, wie sehr man dazu neigt, das Leben um's Essen zu gruppieren, statt das Essen an das Leben anzupassen, sozusagen. Ich neige jedenfalls sehr dazu, meine Aktivitäten und meinen Tagesablauf an Mahlzeiten, Einkaufsmöglichkeiten, Hunger und Übersättigung anzupassen.

Was ich so aus den englischsprachigen Kommentaren entnehme, ist ein häufiger Scheiterungsgrund, dass die Leute die Anweisungen des Buchs wortwörtlich nehmen, statt für sich anzupassen:

Z.b. der fernsehfreie Abend wird von vielen Leuten mit den Worten "ich habe gar keinen Fernseher" einfach abgebügelt - ich hab' wie gesagt einen internetfreien Abend draus gemacht (hab' auch keinen Fernseher...).

Eine Aufgabe ist z.B. auch einen Spaziergang zu machen - den mache ich auch täglich sowieso, also habe ich mir etwas anderes ausgedacht, was ich sonst eben NICHT mache. (Mit Tagebuch auf eine Parkbank gesetzt.)

Eine dritte Aufgabe ist, heute doch einfach mal was anderes als Kaffee und Cola zu trinken - trinke ich eh nicht, also habe ich das Gegenteil gemacht und an dem Tag genau eben DOCH Cola getrunken (*würg* Ja, es war eine neue Erfahrung, keine Frage... ) - alles im Dienste des "anders machen".

Nachteile:
Ich muss mich weiterhin sehr aufraffen, mich selbst sozusagen aus der Komfortzone zu schubsen. Und ich stosse regelmässig auf eigene Barrieren wie "das finde ich aber doof" oder "ach nee, keine Lust" oder auch so ganz subtile Angst-/Schüchternheits-Geschichten, wo ich neue Erfahrungen meide.

Das Verrückte daran ist: Im Grunde ist das eine Anleitung zum "besser Leben" im weitesten Sinne - und trotzdem tue ich mich wirklich schwer damit.

Und Ja, mein erster Gedanke dazu war auch "das KANN nicht funktionieren" und "wieder so eine tolle Werbeversprechen-Diät" - ich finde es jetzt aber nach einigen Anläufen ziemlich cool und vielversprechend.

(Das Buch ist vom Tonfall her - naja, nicht ganz amerikanisch, aber doch schwer auf "für jedermann verständlich" getrimmt... bitte darüber hinweglesen...)

Mich würden andere Meinungen zu dem Ansatz interessieren bzw. wenn ihn bisher niemand kennt, würde ich mich freuen, wenn ihn ein paar Neugierige mit ausprobieren.

Roman Ende.
Szasza ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2009, 00:57   No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch Beitrag #2
Tatarataa
DasKlappt
 
Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 191
AW: No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch

Hallo,

ich finde, was Du da schreibst klingt recht plausibel. Ich mache die Natürlich Schlank Methode nach PaulMCKenna und habe jetzt auch für mich rausgefunden, dass ich "Ersatz" für mein Essen brauche. Einfach Dinge, die die Lücke, die vorher mit Essen gefüllt wurde, ausfüllen.Möchte mich jetzt auf die Suche nach diesen Dingen/das Umsetzen dieser Dinge machen... Die Abwechslungen klingen auch gut, wobei ich jetzt für mich nicht noch weitere "Regeln" brauche.
Also wenn Du magst, können wir uns gerne austauschen über unseren neuen Lebensstil.

Würde mich freuen, zu hören, wie es Dir so ergeht!
Tatarataa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2009, 22:25   No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch Beitrag #3
Illina
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 04.2009
Beiträge: 58
AW: No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch

Hallo Szasza!
Dieser Ansatz klingt sehr interessant, am überzeugendsten finde ich dein Argument, dass man zwar mit natürlich Schlank eine ganz natürliche Essweise lernen möchte, also eigentlich nicht mehr 23 Stunden am Tag an Essen, Hunger, Satt usw. denken, aber doch trotzdem sehr damit beschäftigt ist, weil man ständig in sich hineinspürt. Allerdings: Ich glaube, dass ist nur am Anfang so, bis es eben vollständigst in Fleisch und Blut übergeht (das heißt für fast alle hier, die seit Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr natürlich essen, kann dieser Anfang auch gerne einige Monate dauern). Das ist auf jeden Fall sauschwer, da hast du sehr recht.
Und ich finde, dass "dein" Ansatz sich mit NaS auch gut verträgt oder gar konform geht: Nur andersherum: die NoDietDiet (wahrhaftig ein grausiger Titel) versucht über eine Veränderung der Lebensweise eine Veränderung der Ernährungsweise zu erzielen. Die NaS-Methode versucht über eine Veränderung der Ernährungsweise eine Veränderung der Lebensweise zu erreichen (nämlich zu erkennen, was anstelle von Essen möglicherweise die eigentlichen Bedürfnisse sind in bestimmten Augenblicken, zu lernen, diese wahrzunehmen und sie zu erfüllen!). beide streben aber vielleicht letzten Endes ein harmonisches Gleichgewicht aus beidem an, nun kann man sich darüber streiten, ob durch den NaS-Ansatz das Essen trotzdem von Anfang an zu sehr in den Vordergrund gerückt wird.
Es ist in gewisser Weise ja auch normal, sich ums Essen, Einkaufen usw. auch Gedanken zu machen (ich habe mal in einer Studie gelesen bis 25% des wach verbrachten Tages), ganz abschalten läßt sich das nicht, wir sind schließlich auf Nahrung angewiesen.

Hast du denn deine 10 verlorenen kg gehalten?
Auf jeden Fall interessiert mich sehr, wie es dir ergeht, ob ich mit einsteige, kann ich jetzt noch nicht sagen, dafür muß ich NaS erst ausgiebig testen (oder mir zu eigen machen )

Bin sehr gespannt auf weitere Berichte!
LG
I.
Illina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2009, 09:49   No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch Beitrag #4
annabell67
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.2007
Beiträge: 67
AW: No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch

Hallo,
das klingt sehr interessant. Ich fange gleich damit an, was anderes machen, indem ich nämlich jetzt hier antworte .
Ich bin eigentlich auch von "natürlich schlank" überzeugt, habe es aber noch nie geschafft, es wirklich zu "verinnerlichen". In letzter Zeit nervt mich das "ums Essen kreisen". Ich kann mir schon vorstellen, dass man, wenn man "natürlich schlank" echt verinnerlicht, damit aufhört, aber ich schaffs nicht. Einfach das "Schlachtfeld" zu verlassen, das hätte echt was.
Werd mir vielleichtmal das Buch besorgen.
LG
Annabell
annabell67 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2009, 09:07   No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch Beitrag #5
Szasza
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 04.2007
Beiträge: 9
AW: No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch

Also, ich bin sehr zufrieden mit dem Ansatz - für mich funktioniert das ganz hervorragend.

Die Pros sind für mich:

Ich denke nach ein paar Tagen wirklich nicht mehr über's Essen nach - mir fällt irgendwann auf, dass ich saumässig Hunger habe, aber es ist plötzlich nicht mehr sooo wichtig, was ich dann esse. Die Entscheidung, irgendwas zu essen oder etwas, worauf man Appetit hat oder etwas, was man gesund findet, ist viel leichter - es ist nicht mehr so wichtig. Essen ist irgendwie entzerrt, entdramatisiert, viel nebensächlicher. Es hat was von "Oh, Unterbrechung - na gut, essen, dann weiter mit "Leben"". Das gefällt mir persönlich sehr gut, weil ich eben genau NICHT will, dass ich geistig so einen Fokus auf's Essen setzen muss. (Den will ich ja genau loswerden..)

Den "natürlich essen" Ansatz gibt's ja schon ewig und drei Tage - mindestens seit Mitte der 70er mit Susie Orbachs "Fat is a feminist issue" ("Antidiätbuch" auf Deutsch). Damit probiere ich seit über 15 Jahren schon rum und so richtig gut hat das nie für mich funktioniert, weil ich eben doch wieder ständig ans Essen denken muss - hab ich jetzt Hunger oder nicht, worauf hab ich denn nun Hunger, bin ich jetzt satt, oh Mist, um xx Uhr hab' ich nen Termin, da kriege ich garantiert Hunger, also was mitnehmen, jetzt hab' ich Hunger auf X und müsste dafür erst einkaufen rennen und so weiter und so fort.

Contras sind:

Es funktioniert nur, wenn ich das wirklich MACHE. In den letzten Wochen war's total stressig im Büro, also bin ich zurück in den alten Trott verfallen - oft mit dem Gedanken "ach, das dauert jetzt alles zulange, ich hab' keine Zeit.." - dabei sind viele der "anders machen" Sachen kein Zeitaufwand, sondern oft ein Zeitgewinn oder einfach nur ein anderer Task. Es ist definitiv leichter, zurück in alte Gewohnheiten zu verfallen, als sich mental in Bewegung zu halten und flexibel zu bleiben.

Ich habe mir jetzt also einen Stapel Karteikärtchen beschriftet mit knapp 100 kleinen "anders machen" Ideen, die alle nicht lange dauern, wenig Aufwand erfordern und auch in stressigen Zeiten machbar sind. ("die lecker riechende Bodylotion kaufen" oder "den anderen Bus ins Büro nehmen, schönerer Fussweg" und "den Volldeppen Kollege X endlich ignorieren und an mir abperlen lassen") - so die Grössenordnung.) Ausserdem habe ich mir noch einen Stapel grösserer "anders machen" Sachen aufgeschrieben, die ein bisschen mehr Zeit erfordern - so "ein Nachmittag" ungefähr. Das sind so Ideen wie "ich wollte doch schon ewig endlich mal wieder ins XY-Museum" - fällt im Alltagstrott oft einfach alles unter den Tisch.

Mir ist ansonsten noch eingefallen, dass es einen ähnlichen Ansatz auch in einem älteren deutschen Buch gibt, was zur Eßsuchtstherapie gedacht ist - "Selbstheilung von Eßstörungen" von Monika Schimpf (1995). Das richtet den Fokus stärker auf's Essen selbst, enthält aber einige Elemente von "anders leben = letztendlich auch anders essen".

Das liegt so zwischen den "natürlich essen" und dem Fletcher/Pine-Ansatz.

Ansonsten ist dieser Ansatz natürlich genauso ein "natürlich schlank" Ansatz wie die anderen Ansätze auch - er setzt halt nur den Handlungsbedarf nicht am Essen an, sondern einfach woanders und lässt das das Essverhalten beeinflussen.
Szasza ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2009, 12:20   No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch Beitrag #6
annabell67
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.2007
Beiträge: 67
AW: No Diet Diet (Fletcher/Pine) - Erfahrungsaustausch

Hallo Szasza,

was ich nicht ganz verstehe ist, wie soll das Ganze eigentlich schließlich zum Abnehmen führen? Wird einfach die Aufmerksamkeit darauf gerichtet etwas anders zu machen im Leben und dadurch richtet sie sich weniger aufs Essen?
Oder führt die Verhaltensänderung zu einer generellen Veränderung der Person und dadurch löst sich irgendwie die Fixierung aufs Essen auf?

LG
Annabell
annabell67 ist offline   Mit Zitat antworten
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