Hallo,
ich liege gerade im Krankenhaus in Frankfurt, nachdem ich gestern meine Gynäkomastie-OP hatte. Und da ich gerade nicht viel zu tun habe, schreibe ich hier mal einen kleinen Bericht über meine Erfahrungen. Ich hatte selber wahnsinnig viel Zeit damit verbracht mich wegen allen Schritten zu informieren, daher soll dieser Bericht dazu dienen, um es "Nachahmern" einfacher zu machen.
Zunächst der Ausgangszustand:
25 Jahre, männlich, 195 cm von April 2007 bis Januar 2008 abgenommen von ~140 kg auf 95 kg (BMI von 37 auf 26), stabil bis heute (März 2010) zwischen 95 kg und 100 kg.
Nachdem ich mein ganzes Leben lang ziemlich schwer war, war der Teil mit dem Abspecken und Gewicht halten überraschend einfach.
Allerdings war da noch ein Problem: Zuviel Haut und zuviel Speck an Bauch und Brust. Bauch war mir natürlich als Mann erstmal relativ egal, aber die Brust hat mich ziemlich fertig gemacht. Da hat man mal abgespeckt und traut sich trotzdem nicht ins Schwimmbad...
Brusttraining im Fitnesstudio hat das Problem nicht verringert, im Gegenteil: Das ganze "Gebiet" hob sich noch mehr ab und die geschwollenen Brustdrüsen ließen sich davon ebenfalls nicht beeindrucken.
Punkt 1: Ab zur Hausärztin. "Naja, damit habe ich selbst nicht viel Erfahrung, gehen sie doch mal in die Gynäkologie (!)" Habe ich dann aus offensichtlichen Gründen nicht gemacht.
Punkt 2: Andrologiesprechstunde, hier angeschlossen an die Dermatologie. "Ja, das ist ziemlich viel Speck an der Brust, das ist operierbar, aber nicht bei uns. Ultraschall zeigt Pseudogynäkomastie, also mehr Fett als Brustdrüse. Wir schreiben mal einen Brief für die Krankenkasse."
Punkt 3: Medizinischer Dienst der Krankenkasse, schriftlicher Antrag auf Kostenübernahme für Gynäkomastie-OP mit dem Arztbrief des Andrologen im Anhang, dazu noch etwas Rumgeheule meinerseits. "Kann nicht mehr ins Schwimmbad und Joggen auch nicht"
Antwort der Krankenkasse: Wir brauchen Hormonuntersuchung, Fotodoku und Ultraschall.
Punkt 4: Zurück zur Andrologie wg. Hormonuntersuchung und Ultraschall. Dazu noch eine Fotodokumentation, die ich selbst vorm Spiegel gemacht habe.
Punkt 5: Nach 3 Wochen Antwort der Techniker Krankenkasse: Ja, bezahlen wir.
Punkt 6: Suchen nach einer Möglichkeit für OP. Habe mich für die Praxis Dr. Exner entschieden, die an den Diakonie-Kliniken Frankfurt angeschlossen ist. Eine Überweisung vom Hautarzt war auch noch notwendig für das Gespräch und weiteren Untersuchungen.
Laut Arzt 2 Möglichkeiten: Absaugen oder Querschnitt um Brustwarze mit Hautentfernung und entsprechenden Narben. Habe mich für das Absaugen entschieden, da man die Haut später noch nachträglich entfernen kann, wenn es nicht reicht. Narben auf einer Männerbrust sind ja nicht ganz so einfach zu verstecken. Für das Absaugen wurde ein Schnitt direkt unter der Brustwarze gemacht, dazu ein Stich wegen Drainage. Sollte später praktisch unsichtbar sein.
Punkt 7: OP 3 Wochen später, also gestern. Habe jetzt einmal schon druntergelinst, sieht schon extrem flach aus. Schmerzen halten sich wirklich in Grenzen, bin halt nur noch etwas KO von der Vollnarkose. Übermorgen checke ich aus, da die Wunddrainage noch liegt. Es werden noch einige Wochen mit Bandagen folgen. Mal schauen wie das Endergebnis wird, aber ich bin schon jetzt positiv überrascht.
Warten wir's ab. Angehängt ist das "vorher" Bild mit den geschwollenen Brustwarzen. Sieht sch*** aus, aber ist jetzt eh Vergangenheit.