Hallo,
vor 9 Tagen habe ich eine Fettabsaugung mittels der WAL-Technik an Hüfte, Oberschenkel innen + außen sowie an den Innenseiten der Knie vornehmen lassen. Da ich im Vorhinein dieser OP viel in diesem und anderen Foren durch Erfahrungsberichte erfahren habe, möchte ich dies durch meinen persönlichen zurückgeben.
Ich bin 27 Jahre alt, 162 groß und wiege ca. 54 Kilo. Gesegnet mit einem extrem schlechten Bindegewebe und den üblichen weiblichen Problemzonen entschloss ich mich nach fast 5-jähriger Überlegung und 2-jähriger Sparphase zu diesem Schritt.
Morgens kam ich in der Klinik an, erhielt eine Beruhigungstablette (die bei mir aufgrund meiner panischen Angst vor Narkosen leider nicht wirkte), eine Thrombosespritze und das bekannte sexy Hemdchen. Nachdem der Arzt die Areale mit Edding anzeichnete und Fotos mache, gings auch schon los. Ich war so schrecklich nervös, dass ich überall zitterte. Vor dem OP musste ich "umziehen": vom Bett auf eine Liege. Dort bekam ich ein Häubchen auf den Kopf und wurde in den OP gefahren. Dort wurden mir das EKG angelegt und die Kanüle für die Vollnarkose gelegt (tat ziemlich weh und ist heute noch leicht geschwollen). Das Einschlafen ging sehr schnell. Nach ca. 2 Stunden wachte ich im Aufwachraum auf. Mir war furchtbar kalt und ich hatte Durst. Ein großes Plastikrohr, welches warme Luft auspustete, wurde mir unter die Decke gelegt und ich bekam etwas zu trinken, schlief dann wohl noch so 2 Stündchen und wachte im 2-Bett-Zimmer wieder auf.
Ich blieb über Nacht worum ich heute sehr froh bin, denn 1. lag ich bis zum nächsten Morgen am Tropf mit Schmerzmitteln und 2. musste ich jedes mal wenn ich zur Toilette musste, die Schwester rufen. Die half mir zum einen mit dem Tropf, zum andern floss so viel Blut aus mir raus, das ich insgesamt 4 mal das Hemdchen wechseln musste und das Bett ebensooft frisch bezogen wurde. Will garnicht daran denken, wie ich das in meiner Mietwohnung mit Teppich gemacht hätte... Zunächst ging es mir verhältnismäßig gut, in der Nacht kamen aber die Schmerzen und mit Schlaf war nix.
Am nächsten Morgen kam der Arzt nochmal vorbei. Sagte, sie haben ca. 2,8-3 Liter abgesaugt, an den Oberschenkelinnenseiten allerdings nur wenig, da mein Gewebe wohl so schlecht sei, dass ansonsten Falten auftreten würden.
Mein Mieder geht von den Fußgelenken bis unter den Busen, hat oben noch zwei (Hosenträger), zwischen den Beinen eine Öffnung. Ich muss es 6 Wochen nonstop tragen. Nur zum "großen Geschäft" darf ich es über den Po runter ziehen. Auch beim Duschen bleibt es an. Normalerweise dusche ich täglich, da das blöde Ding an bestimmten Stellen aber ewig zum trocknen braucht und das sehr unangenehm ist, jetzt nur noch alle zwei Tage.
Viele schreiben, dass sie kurz nach der OP schon ihre schlankere Figur sehen konnten, ich nicht. Durch das Mieder sehe ich die vielen Blutergüsse, die eine Hüfte ist ganz taub, die Knie auch. Von wegen "Muskelkaterähnliche Schmerzen"! Jeder Schritt tut weh! Ich kann eigentlich mit Schmerz sehr gut umgehen, aber so schlimm hat ichs mir nicht vorgestellt. Schlafen ist auch sehr schwer, da in jeder Position irgendwas weh tut. Selbst das Schuhe-anziehen ist kompliziert, da ich die Beine schlecht anwinkeln kann.
Ich habe mir extra 2 Wochen nach der OP frei genommen, mittlerweile bezweifle ich allerdings, dass ich nächste Woche wieder normal arbeiten kann.
Wie das Ergebnis wird, kann ich zum heutigen Zeitpunkt gleich null beurteilen, noch sind alle Maße gleich wie vor der OP (durch das Mieder wird ja noch alles zusammengequetscht, vermutlich sind sie also eher mehr). An Medikamenten helf ich mir mit Ibuprofen weiter. Zudem musste ich die ersten Tage Eisentabletten nehmen und ein pflanzliches Mittel.
Wenns Euch interessiert, beantworte ich gerne Fragen bzw. berichte weiter.
LG