Hallo!
Ich heiße Steffi und bin jetzt 20 Jahre alt. Mit dem Gewicht hatte ich schon immer Probleme, schon im Kindergarten war ich fett. Das ganze wurde dann immer schlimmer, mit 15 Jahren wog ich dann 95kg. Ich beschloss, abzunehmen und nahm innerhalb eines Jahres 30 kg ab.
Leider hielt das nicht lange her, der Jojo Effekt ließ nicht lange auf sich warten und schwuppsdiewupps hatte ich 98 kg drauf. Während dieser Zeit hatte ich familiär bedingt sehr viel Stress, was keine Entschuldigung sein soll, sondern eine Erklärung.
Es musste etwas passieren, ich hatte Angst, die magische Schallgrenze (= 100kg Lebendgewicht) zu durchbrechen. Ich hasste mich selbst, mein Aussehen, meine Persönlichkeit, die die Fettleibigkeit ja zu verantworten hatte. Ich wollte mich aus Ekel vor mir selbst nicht mehr im Spiegel sehen, nicht mehr Einkaufen gehen, weil mir ja sowieso nichts hübsches gepasst hätte. Ständig das Gefühl, blöd angeglotzt zu werden, wie eine Leprakranke und das Getuschel hinter meinem Rücken. Oft saß ich heulend auf meinem Bett, verzweifelt, weil ich nicht wusste, wie ich das nur schaffen soll. Und weil nach meiner ersten Diät alle Kilos wieder gekommen waren. Aber ich musste es noch einmal probieren, wenigstens aus Respekt mir selbst gegenüber.
Ich wollte nicht enden, wie die 300kg - Menschen, die mit dem Kran aus dem Fenster gehoben werden müssen, weil sie nicht mehr durch die Türen passen und zu fett zum gehen sind. Ich wollte nicht mein Leben gegen Schokolade und Schweinebraten eintauschen.
Im Dezember 2005 ging es also wieder los mit dem Abnehmen. Ich kaufte mir einen Stepper und ein Buch über Workouts für zu Hause. 1 Stunde widmete ich 3 Monate lang jeden Tag meinem Sportprogramm, danach ging ich draußen Radfahren. Eigentlich ganz einfach, oder?
Mein Ernährungsplan verdiente das Prädikat "äußert ungesund". Ich aß meistens im Mittag etwas sehr Kalorienarmes, wie einen Salat mit Putenbrust, oder eine Gemüsesuppe. Ansonsten gab es nichts. Ich kam vielleicht auf 500 Kalorien am Tag. Nicht besonders durchdacht, aber wirkungsvoll. Einen richtigen Diätplan kann ich euch leider nicht liefern!
Bitte nicht nachmachen! Ich tat das ganze nur, weil ich eine langwierige Diät nicht durchgehalten hätte. Nach ein paar Monaten hätte ich aus Frust alles hingeschmissen, weil es mir zu langsam gegangen wäre. Außerdem finde ich, dass ab einem bestimmten Gewicht eine Radikalkur weniger ungesund ist, als noch mehr zuzunehmen (nur meine persönliche Meinung). Ich hätte heute bestimmt schon 120 kg.
Alle, die "nur" 5, 10, 15 kg abnehmen wollen, werden das wahrscheinlich anders sehen, aber wenn man vor einem riesigen Berg Kilos sitzt, der verschwinden soll, schmeißt man schnell das Handtuch wenn man sich ausrechnet, dass man ein paar Jahre dafür brauchen wird. Ich habe großen Respekt vor allen, die es trotzdem auf diesem langen Weg schaffen, da ich es nicht gekonnt hätte. Ich war einfach verzeifelt, am Ende und griff nach dem letzten Strohhalm. Es ist traurig, dass es so weit kam.
Mein Gewicht von 65 kg habe ich jetzt schon 13 Monate lang gehalten und ernähre mich viel gesünder als früher. Mittlerweile muss ich mich auch nicht mehr anstrengen, nicht mehr zuzunehmen, das hemmungslose Hineinstopfen kenne ich kaum noch. Natürlich habe ich meine Fresstage, aber das ist wohl normal. Ich glaube, ich habe es geschafft.
Ich wünsche euch allen viel Glück! Niemals aufgeben!
Stephanie