Als ich heut morgen aufgestanden bin, stand ich vor einem überquellenden Kleiderschrank. Zum Schneeschippen wollte ich einfach irgend eine Hose anziehen und hab mir die nächstbeste gepackt. Doch die war wie sich herausstellte mindens ein Jahr alt, denn als ich sie anzog bin ich fast darin ersoffen. Zeit für mich mal ein Jahr zurückzudenken und das Jahr 2009 Revue passieren zu lassen.
Ganz kurz zu mir. Ich heiße Kathrin und bin 21 Jahre alt. Vor genau einem Jahr wog ich bei einer Größe von 1,66 m stolze 80 Kilo. Wirklich viele Bilder gibt es aus dieser Zeit nicht, da ich mich erfolgreich vor dem Fotoapperat gedrückt hab. Aber ungefähr so sah das damals aus.
Es war Dezember und ich in Stuttgart bei Farin Urlaub. Auf dem besagten Konzert ist mir damals meine Jeans geplatzt – was glaube ich der letzte Anstoß war endlich wieder abzunehmen. Also war der Vorsatz für 2009 klar: Abnehmen, am Besten so viel, dass die Waage 59,9 Kilo anzeigt.
Die erste Abnehmaktion war der Kauf meines Crosstrainers. Vier Wochen bin ich beinahe jeden Tag auf diesem Teil gelaufen, als mir klar wurde, ohne ein Ernährungsumstellung bringt mir der ganze Sport nichts.
Also hab ich mich hingesetzt und aufgeschrieben was ich pro Tag alles zu mir genommen hab – und ich muss sagen ich war wirklich geschockt. Eigentlich dachte ich, dass ich ein ganz gesundes Verhältnis zum Essen habe, aber was ich unterbewusst im Laufe eines Tages immer mal wieder genascht habe, hat sich am Ende vom Tag wirklich ganz schön summiert.
Also hab ich mich hier angemeldet und war erstmal stundenlang damit beschäftigt mich durch das Forum zu lesen und mir zu überlegen wie ich mich am Besten Ernähren könnte. Ich bin Studentin, genauer gesagt Informatik Studentin und bin oft den ganzen Tag unterwegs und muss in der Uni in der Mensa essen oder irgendwo in der Stadt. Vor dem Abnehmen lief es oft darauf raus, mittags in der Mensa zu essen und Abends noch einmal warm zu Hause.
Im Prinzip sieht mein Abnehmplan recht einfach aus. Morgens gibt es Frühstück. Mal ein Brot/Knäckebrot oder ein Müsli. Mittags gab es ganz normal essen. War ich in der Mensa, dann hab ich eben da gegessen, war ich zu Hause, dann gab’s das, was Mama gekocht hat. Den Abend hab ich vom Mittagessen abhängig gemacht. Wenn es mittags Pommes und Schnitzel gab, dann wurde Abends eben nur ein Salat gegessen. Aber ansonsten gab es oft Fisch, Rührei oder eben auch Brot. Nur in einer Sache war ich relativ strikt. Nach 6 oder 7 Uhr gab es nichts mehr.
Verbote gab es nicht. Ich bin ein absoluter Schokoladenjunkie und ich wusste, wenn ich mir die Schokolade ganz verbiete, überfall ich früher oder später den Schokoladenschrank. Also gab es von da an eben immer nur kleine Stückchen, wenn mich der Hunger packte.
Mein Sportpensum hab ich beibehalten nachdem ich die Ernährung umgestellt hab. Das Laufen auf dem Crosstrainer hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich weiterhin mindestens jeden zweiten Tag gelaufen bin.
Knapp vier Wochen später war ich auf 70 Kilo. Erst da wurde mir bewusst, dass sich wirklich was getan hat und meine Methode wirklich Wirkung zeigt. Das gab mir echt einen Motivationsschub und ich hatte eigentlich nie das Verlangen in alte Essgewohnheiten zurückzufallen. Nachdem 10 Kilo runter waren ging das ganze natürlich langsamer und schleppender voran als am Anfang, aber ich habe wirklich kaum einen Rückschlag einstecken müssen.
Es war Ende April/Anfang Mai 2009 als meine Waage die lang-erträumten 59,9 Kilo angezeigt hat. Einerseits konnte ich das ganze kaum glauben – andererseits war es ein Gefühl, das mich vor Glück fast hätte platzen lassen.
Meine größte Angst war, dass ich dieses Gewicht nicht halten kann, da ich einfach tierische Angst davor hatte in meine alten Gewohnheiten zurückzufallen.
Heute ist der 19. Dezember 2009 und vor mir liegt meine Jeans in einer echten 34er Größe. Ich wiege bei einer Größe von 1,66 m noch 57 Kilo und habe somit einen BMI von ungefähr 20,7. Ich weiß viele in diesem Forum streben ein Ziel unter 50 Kilo an – aber ich bin glücklich. Nach diesem Jahr glaube ich habe ich wirklich ein Gewicht erreicht, mit dem ich Lächelnd in den Spiegel kucken kann. Außerdem glaube ich, dass ich weder zu dick noch zu dünn bin. Ich fühle mich einfach wirklich wohl in meiner Haut. Ich bin stolz und glücklich, dass ich in den letzten Monaten diese Zahl auf der Waage halten konnte und ich werde mich weiterhin jeden Monat wiegen um nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen.
Die zwei letzten sind von einem Geburtstagsgeschenk für meinen Freund im November...