Hallo,
ich dachte, ich lasse Euch mal an meinem kleinen Erfolg teilhaben, wie ich 15 kg abgenommen habe - v.a. da meine Methode auch etwas unkonventionell war.
Man muss dazu sagen, dass ich eigentlich immer extrem dünn war. Mein Gewicht war immer zwischen 74-77 kg bei einer Größe von 1,90 cm (männlich). Dann habe ich mich aber leider für ca. 12-18 Monate ziemlich gehen lassen, keinen Sport mehr betrieben und die logische Konsequenz war, dass ich letztes Jahr plötzlich 93 kg wog und mich nicht mehr wohl gefühlt habe. 6 Monate später wog ich wieder 78 kg und war vollauf zufrieden - da ich etwas Muskelmasse gewonnen hatte, war ich also wieder auf dem Stand von damals trotz ein paar Kilo mehr.
Vorneweg: ich hatte natürlich keine Ahnung von der ganzen Thematik und deswegen war meine Vorgehensweise auch alles andere als ausgeklügelt und ist sicher nicht gerade für jedermann zum Nachmachen geeignet. Ganz besonders nicht für Leute, deren Ernährung schon ewig grundlegend schlecht war. Bei mir war es halt eher ein kurzer "Ausrutscher", der mir auf einmal 15 kg in kurzer Zeit beschert hat.
Aus Frust habe ich von einem Tag auf den anderen eine Radikaldiät gemacht (bei 800-1000 kcal pro Tag) und jeden Tag Sport gemacht. Mir war schon bewusst, dass dies nicht so gesund ist. Daher habe ich versucht, durch Obst und Gemüse zumindest die paar Kalorien, die ich zu mir genommen habe, vernünftig zu gestalten. Nach 10 Tagen und ca. 4 kg Gewichtsverlust habe ich mit der ersten Etappe aufgehört und halbwegs normal gegessen. Durch das Kalorienzählen hatte ich aber zumindest gelernt, welche Nahrungsmittel wie viele Kalorien haben, so dass ich mehr oder weniger "automatisch" weniger Kalorienbomben zu mir genommen habe. Nach der ersten Diät-Phase hatte ich auch keinen Jojo-Effekt, höchsten 500 g oder so, aber das ist ja normal.
Die nächsten 6 Wochen habe ich also normal gegessen- bis auf ein paar kleine Umstellungen wie weniger Pommes, Wasser statt Apfelschorle etc. - und habe mein Gewicht gehalten. Dann habe ich eine zweite Diät-Etappe eingelegt, die ziemlich genauso verlaufen ist wie die erste. Danach noch einmal das selbe Spiel, wieder zwei Monate normal gegessen ohne Jojo-Effekt, dann die dritte und letzte Etappe und die 15 kg waren geschafft. Ich habe allerdings während der ganzen Zeit 1-2 Mal pro Woche Sport getrieben, was sicherlich auch ausschlaggebend war. Die wirklichen Verzichtsphasen habe ich wie gesagt kurz aber intensiv gehalten. Wichtig war halt, dass ich meine Ernährung und Bewegung zumindest ein klein wenig umgestellt hatte, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen und mein Gewicht auch zu halten.
Also wie gesagt: soll nicht zum bedingungslosen Nachmachen anregen. Ich hatte halt Probleme, meine Ernährung permanent auf Energiedefizit umzustellen, weil ich häufig unterwegs war und mit anderen Leuten gegessen und getrunken habe, und darauf nicht verzichten konnte. Auf diese Weise habe ich halt meinen Umweg gefunden. Die Einteilung meiner Diät in "Etappen" war übrigens auch kein ausgeklügelter Plan sondern ist mehr durch Zufall entstanden, da mir zwischendrin die Puste ausgegangen ist. Geklappt hats aber trotzdem.
Meine Tipps, die ich anderen geben möchte:
1. Jeden Tag aufschreiben, was man zu sich nimmt. Wenn man ein Gefühl für den Kaloriengehalt von Lebensmitteln hat, kann man viel bewusster einkaufen und essen. Außerdem kann man anhand seiner Werte (Gewicht und Kalorien) nach ein paar Wochen seinen individuellen Kalorienbedarf recht gut abschätzen. Das ist schon sehr hilfreich, um seine Ernährung langfristig im Griff zu haben.
2. Einfach mal gucken, auf welche kalorienreichen Lebensmittel man langfristig ganz gut verzichten kann. Ich hab z.B. ständig Käse auf dem Brot/Brötchen gegessen. Dabei schmeckt mir fettarmer Schinken genauso gut. Ich habe auch Nudeln durch Kartoffeln getauscht, oder statt Pizza oder Pommes halt nen Döner essen, wenn man unbedingt Fast Food will. Auf kalorienreiche Getränke verzichten sind auch leicht eingesparte Kalorien. Also erstmal die ganzen leichten Kalorien wegstreichen und dann erst an die Lebensmittel gehen, die einem wirklich schwer fallen. Ist besser für die Motivation.
3. Viele ungesunden Sachen, die man isst, isst man hauptsächlich aus Gewohnheit und nicht weil einem die Alternative nicht schmeckt. Früher hab ich auch nur Weißbrot und Toast gegessen. Wenn im Schrank dann der Toast neben dem Brot stand, hab ich gedacht "iiieh Brot". Wenn man aber schon beim Einkaufen darauf achtet und zum Frühstück und Abendessen nichts anderes als normales Brot im Schrank hat, merkt man erstmal, dass es ja genauso gut schmeckt wenn nicht sogar besser, und man kann gar nicht mehr verstehen, woher die Abneigung vorher kam.