Ich möcht hier mal kurz den Verlauf dokumentieren, den mein Weg im Laufe diesen Jahres genommen hat.
Ich hab im Januar mit über 140kg gestartet, maximal waren es 146kg bei 1.94m.
Ich wohnte zu dem Zeitpunkt noch zuhause. Essen und Süßigkeiten kamen in einem konstanten Strom in den Kühlschrank, eben durch meine Mutter. Dabei war das Essen nie ungesund. Da mein Vater Bluthochdruck hat und Diabetesgefährdet ist, achtet meine Mutter schon seit einigen Jahren auf fettarme und gesunde Kost, zuletzt auch Trennkost.
Trotzdem, die Langeweile ist neben dem Hunger auch ein wichtiger Faktor.. und wenn der Kühlschrank immer voll ist, hat man auch immer was zu Essen.
Ich hab dann angefangen leicht Sport zu machen, Wii Fit und so ein Zeug.
Ich bin im März mit 138 kg dann ausgezogen.
Von nun an musste ich meine Ernährung selber bewerkstelligen.
Was macht ein 23 Jähriger in eigener Wohnung dann wohl ? Richtig ... Pizza, Döner usw.
Gewicht wieder hoch auf 142 kg
Dann hat mir jemand die Keule gegeben und mir die Augen geöffnet. Was sind die Optionen ? Ewig fett bleiben, kaputte Gelenke, erhöhtes Krankheitsrisiko. Toll, sowas mit 23 zu hören.
Mir wurde eine radikale Nahrungsmittelumstellung empfohlen, gar nicht mal eine Diät.
Von etwa August an habe ich mich dann wie folgt ernährt:
Nichts, was irgendwie industriell hergestellt wird. Generell keine industriellen Kohlenhydrate, also keine Nudeln, Kartoffeln, kein Brot, kein Müsli, einfach nix.
Dafür viel Eiweiß, Fleisch, Fisch, gute Fette, Kohlenhydrate aus Obst und Gemüse.
Davon so viel, wie ich will... ich kann mich von dem Zeug satt essen, aber eigentlich bin ich von Natur aus jemand, der mit wenig Essen gut zurecht kommt.
Ein typischer Tag ohne Sport sieht dann bei mir z.B. so aus:
Morgens 3 Eier, entweder hartgekocht (zum Mitnehmen), oder als Rührei (ohne Fett).
Als Mittagessen eine gute Portion Quark mit Milch und sauren Äpfeln. Lückenfüller sind bei mir bevorzugterweise Möhren, ich find die einfach lecker.
Abends gibt's dann je nach Wunsch... Fisch oder Fleisch ist immer dabei, dazu Gemüse, oder eben Salat mit Fetakäse.
Wenn ich wirklich Lust auf was Süßes habe, dann nehm ich Quark, Milch (eben verrühren) und dazu Schokostreusel.
Man soll ja nicht leben wie ein Mönch, Lust ist erlaubt. Aber man sollte sich dann eben keine Tafel Schokolade reinziehen.
Was den Sport angeht, so waren der August und September wirklich extrem. Jeden Tag habe ich irgendwas gemacht, ne Stunde Radfahren, Fitness Studio oder sonstwas. So hat der Körperumfang an diversen Stellen richtig abgenommen, dafür ging das Gewicht aber langsamer runter.
Man hält dieses Pensum jedoch nicht durch, 6 Mal die Woche Sport ist zudem grenzwertig. Gesund sind wohl um die 3 - 4 Mal, damit der Körper seine Ruhe bekommt.
Was das Essen angeht bin ich also durchaus gut eingestellt. Man merkt die Leichtigkeit des Essens extrem. Der Körper kommt super damit klar, ich bin nicht mehr so träge durch die Mahlzeiten und Hunger hab ich nie.
Das ist schon dermaßen zum Selbstläufer geworden, dass ich dabei gar nicht mehr nachdenken muss. Trotzdem gibt es ab und zu einfach mal eine Lasagne, geht ja auch völlig in Ordnung.
Beim Sport fehlt mir ab und zu die Motivation, aber das Hochgefühl nach dem Sport belohnt jedes mal. Da muss ich noch mein richtiges Pensum finden und auch einhalten. Man will natürlich ruckartige Veränderungen.
Kurzum: seit Beginn meiner richtigen "Aufzeichnungen" habe ich 13 kg abgenommen, Muskelmasse aufgebaut und einen dynamischeren Lebensstil angenommen.
Durch diese Art der Ernährung kann man selbst bestimmen, wie viel man abnehmen möchte. Typischerweise sind es pro Woche etwa 1kg, manchmal aber auch 2 oder sogar 3 kg.
Desto mehr Sport man macht, desto langsamer geht das Gewicht runter, da nach dem Sport erstmal Wasser als Lückenfüller in den Muskeln gespeichert wird.
Ich werde versuchen, noch bis Ende des Jahres meine 125,X kg zu realisieren. Über die Weihnachtszeit wird das sicherlich schwer, aber das sind nur 3 Tage, wo das Essen sich etwas ändert
Ganz wichtig ist mir zu betonen, dass ich nicht wenig esse. Ich esse mich satt, ich achte nichtmal auf Kalorien.
Es macht einzig und allein der Ton die Musik, in diesem Fall eben die Ernährung.
Wieso sollte ich meinem Körper was Schlechtes zufügen, in Form von Cola, Schokolade oder sonstwas? Genau in diesem Punkt muss es "Klick" machen, dann ist man, denke ich, auf einem guten Weg.
Ich mag meinen Körper, denn ich steck ja drin.. also möchte ich ihm was Gutes tun
Vielleicht kann ich ja Einige inspirieren, einen ähnlichen Weg einzuschlagen, ich werde ihn weiter verfolgen.