Hallo Ihr Lieben

Da ich mehr als zwei Drittel meines Endziels erreicht habe, dachte ich, dass es an der Zeit ist, den ersten Teil meiner persönlichen Erfolgsgeschichte auf virtuelles Papier zu bringen

Zu meiner Vorgeschichte: Ich war immer schlank und zufrieden mit meiner Figur. Diäten fand ich lächerlich, und ich war mir sicher, dass ich niemals dick werden würde. Dabei habe ich gegessen was ich wollte, meistens sehr ungesund und Sport war sowieso ein Fremdwort für mich.
Zwischen meinem 20. und 27. Lebensjahr schwankte mein Gewicht zwischen 60 und 65 kg, bei einer Größe von 1,68 m. Hört sich vielleicht gar nicht sooo schlank an, aber ich war zufrieden. Ich hatte Kleidergröße 36 bis 38, aber trotzdem weibliche Rundungen.
Damit Ihr Euch darunter was vorstellen könnt, hier ein Foto, vor drei Jahren mit 65 kg:
Wie gesagt, "dürr" war ich nicht, schlank schon und ich fühlte mich mit diesem Gewicht rundum wohl.
Dann vor 2 1/2 Jahren änderte sich die Situation...durch den plötzlichen Tod meines Vaters fiel ich in eine tiefe Depression, verlies kaum noch das Haus, aß aber weiter wie vorher, eventuell auch ein bisschen mehr.
Es war Sommer und ich trug immer Kleider oder Leggings, die damals gerade wieder in Mode kamen. Eine Waage hab ich in der Zeit nicht bestiegen, und es machte mich auch niemand darauf aufmerksam, dass ich zugenommen hatte. Als ich nach einigen Wochen wieder mal eine Jeans anziehen wollte, kam das böse Erwachen...sie passte nicht mehr!! Links, rechts und vorne drückte es mir eine dicke Speckrolle heraus, und die Schenkel sahen aus wie Presswurst. Anfangs dachte ich, dass das wieder wird, weil Gewichtsschwankungen von +/- 1 bis 2 kg nichts außergewöhnliches waren. Allerdings hatte ich bis dato niemals die 65 überschritten. Also machte ich erstmal gar nichts...ein Fehler, denn die Kilos wurden mehr, statt weniger!
Ich begann, mich mit Jeans in Größe 40 einzukleiden. "Halb so schlimm", redeten mir Freunde, Kollegen und Verwandte ein, "wenn man auf die 30 zugeht, verändert sich der Stoffwechsel, und man legt automatisch eine Kleidergröße zu". Klar ist das Schwachsinn! Aber in so einer Situation glaubt man solchen Aussagen nur zu gerne. Außerdem wurde mir immer wieder gesagt, dass man mir die Zunahme nicht ansieht. Ob's gelogen war? Ich weiß es nicht.
Lange Rede, kurzer Sinn: die Kilos wurden mehr und mehr und bis Juni 2009 wog ich plötzlich 77, sogar knapp 78 Kilo. Mittlerweile sagten mir sogar Freunde, Kollegen und Verwandte, dass ich etwas tun sollte. Kleidergröße 42 war mir mittlerweile zu eng geworden, 44 wollte ich mir aus Prinzip nicht kaufen. Den letzten Rest gaben mir Fotos unserer Betriebsfeier. Bei Schnappschüssen ist nichts mit Bauch einziehen, Kopf hochlegen, Arme nicht anlegen usw. ich war total schockiert, und endlich legte sich der berühmte Schalter in meinem Kopf um!
Nachdem ich in den Jahren vorher unzählige Versuche startete, ein paar Kilos loszuwerden, wollte ich es diesmal konsequent durchziehen. Ich stellte meine Ernährung, für meine vorherigen Verhältnisse komplett um, aß viel Fisch, wenig Schweinefleisch, viel Gemüse, Salat und trank mehr. In drei Wochen nahm ich 2 Kilo ab, diese witzigerweise aber sofort nach dem ersten Tag, dem Entwässerungstag. Danach ging gar nichts mehr voran, obwohl ich mich wirklich bemühte und konsequent so gut wie möglich auf Fastfood, Fett und Kohlehydrate verzichtete. Ich war verzweifelt und kurz davor, alle guten Vorsätze wieder über Bord zu werfen. Dann las ich hier im Forum viel über die Weight Watchers, und die größtenteils erfolgreichen Ergebnisse. Lange zögerte ich, lange überlegte ich hin und her, und entschied mich dann endlich dazu, die Online-Version zu nutzen.
Tja, was soll ich sagen?...ab da purzelten die Pfunde

Bis Anfang August nahm ich nochmal 4 Kilo ab, also insgesamt 6 Kilo und ich traute mich ohne Hemmungen im Bikini am Strand zu zeigen. Im Urlaub war Punkte zählen nicht drin und ich nahm 1 1/2 Kilo zu, wobei ich 1 Kilo "Tante Rosa" zu verdanken hatte. So gesehen war es also nur ein halbes Kilo, obwohl es in dieser Woche jeden Tag MITTAGS UND ABENDS Pasta als VORSPEISE gab, zum Frühstück NUR Weißbrot, und ich mir zwischendurch auch ein Eis, ein Dessert, und fast täglich einen Cocktail gönnte. So gesehen könnte ich mich auch nicht über den JoJo Effekt beklagen.
Mittlerweile wiege ich 68 Kilo, und die letzten zwei Kilos, sowie die kommenden drei, bis zu meinem Wunschgewicht, ließ, bzw. lasse ich gaaanz langsam angehen

Ich sündige relativ oft...Pizza, Schokolade, Chips, Burger, Döner, ein Bierchen usw. sind keine Seltenheit bei mir...und trotzdem nehme ich ab, weil ich gelernt habe, dass ich dafür die anderen Tage langsamer machen muss. Sport mach ich seit ein paar Wochen kaum noch. Ich steige viele Treppen, gehe viele kleine Strecken zu Fuß und gehe öfter und länger mit meinen Hunden spazieren. Direkt Sport machte ich nur in den ersten Wochen, bis die ersten Pfunde schnell purzelten. Ja, ich bin immer noch ein Sportmuffel, aber ich hab gelernt, dass wenigstens ein bisschen mehr BEWEGUNG zu einer gesunden Lebenseinstellung dazugehört. Damals, als ich keine Gewichtsprobleme hatte, hab ich mich unbewusst viel bewegt...ich war oft und viel unterwegs, ging viele Strecken zu Fuß und hab auch gerne im Haushalt gearbeitet. Während meiner Depression hab ich das alles nur wiederwillig und mühseelig gemacht. Zusammen mit dem bisschen mehr essen, war das eine schlimme Konstellation!

Übrigens, ein Tipp für Sportmuffel wie mich: wenn ich mich mal gar nicht zum steppen, Salsa tanzen oder zum Hometrainer aufraffen konnte, hab ich gewartet, bis ich alleine zuhause war, meine Lieblingsmusik aufgedreht und bin eine Stunde lang durch's Wohnzimmer getanzt

Das verbrennt Kalorien ohne Ende und macht Spaß (auch wenn man sich die ersten Minuten ein bisschen dämlich vorkommt).
Jetzt, wo ich keine Eile mehr habe, belasse ich es wieder bei den "alltäglichen" Bewegungen. Nur selten zwinge ich mich noch auf dem Hometrainer.
Und was die Ernährung angeht, haben mir die WW auch die Augen geöffnet. Früher aß ich zwar ungesund, aber dafür hab ich -unbewusst- oftmals ein paar Tage fast nichts gegessen. Klar, dass ich so abgenommen, oder zumindest nicht zugenommen hab.
Für mich sind die WW eine super Sache und ich bereue keine Sekunde, die ich mitgemacht hab. Man lernt so viele Dinge, die einem vorher nicht bewusst waren...z.B. wie "schlimm" Fett wirklich ist und wie wenig man hinterher benutzt, um Punkte zu sparen. Nudeln, die man als "Nahrungs-Laie" so gut wie möglich meidet, sind besser als ihr Ruf (vorausgesetzt man isst sie nicht mit der falschen Soße) usw.
Ich persönlich kann jedem nur dazu raten, und ich werde ihnen in den nächsten Monaten sicher treu bleiben, denn man lernt immer wieder was Neues dazu.