Hallöchen,
Ich bin neu hier, zumindest neu angemeldet, und möchte euch mal meine Erfolgsgeschichte erzählen, die noch nicht vollständig fertig, aber fast komplementiert ist. Zuerst einmal zu meiner Person: Ich bin männlich, 18 Jahre alt und wog bis Ende Dezember 2008 genau 100kg. Bevor ich aber nun zu meiner Geschichte komme, möchte ich mal mit der Vorgeschichte beginnen.
Als kleines Kind war ich normal. Schlank. Eben ein gewöhnliches Kind. Dann, als es zur Scheidung meiner Eltern kam, nahm' ich zu. Ich verkraftete es seelisch nicht wirklich, sprach aber auch nicht mit meinen Eltern darüber, wieso nun plötzlich alles anders ist (warum Daddy plötzlich nicht mehr zu Hause wohnt und warum sich meine Eltern so streiteten). Ich frass den seelischen Frust also in mich hinein - wortwörtlich. Schnell machten sich erste, kleine Speckröllchen am Bauch bemerkbar, aber das war nicht weiter schlimm (welches Kind achtet schon auf seine Figur?). Nun, dabei blieb es aber auch nicht. Ich nahm zu, nahm zu, nahm zu, nahm zu, ..., bis ich eben richtig dick war. Das war dann im Alter von 11. Aber auch das war nicht wirklich ein Problem für mich, denn ich war immernoch zu jung, um zu kapieren, welche (gesundheitlichen) Folgen es haben kann, dick und "nicht der Masse entsprechend" zu sein. Später, im Alter von 14, als die Pubertät langsam einsetzte, merkte ich schon, dass ich "anders" war - zumindest vom Aussehen her. Und dass ich im Schulsport auch nicht so mithalten konnte, wie es meine Klassenkameraden vorgaben (das Tempo, die Ausdauer). Auch das ein oder andere, gutgemeinte Sprüchlein meiner Oma "Du könntest doch ein paar Kilos abnehmen, das wäre doch sicher toll, oder?" ignorierte ich. Überhaupt war diese Zeit eher nicht geprägt von tollen Projekten meiner eigenen Person, eher war ich wankelmütig und meistens leicht gereizt! Ich sammelte also Kilos, so wie andere gute Noten in der Schule sammeln. Ich wiegte mich aber nicht, wusste also nie konkret, wie viel ich zu viel hatte. Ich wusste nur, dass die Waage niemals mein Freund wird. So ging das eben, bis ich knapp 18 wurde.
Ende Dezember, also an Silvester, stellte ich mich, obwohl ich die Waage auch mit 18 nicht mehr mochte, auf das Teufelsding und sie zeigte mir eine schreckliche Zahl an - 100kg. Das war morgens, sprich: Da war noch kein Essen drin, mit dem man sich das Gewicht noch halbwegs schön reden kann. Ich beschloß, schnell etwas daran zu ändern, wusste aber nicht richtig wie. Ich informierte mich also, gerade im großen WorldWideWeb, und stieß auch auf diese wundervolle Seite hier. Ich laß mir alles durch, und immer wieder tauchten Begriffe auf, wie "Ernährungsumstellung" und "Sport" - nun, beides nicht gerade mein Fall. Ich war voll motiviert und wollte auch im neuen Jahr (bot sich an) anfangen damit. Aber irgendwie reichte das (noch) nicht. Ich aß insgesamt nur weniger, war aber genauso faul, wie zu Beginn. Doch: Dann kam der entscheidende Tag, mein Aha-Erlebnis. Ich war mit meiner Mutter essen - das alleine war wohl kein Aha-Erlebnis - pünktlich nachts um 2 Uhr (wenn andere Menschen schlafen), ging es los. Dermaßen übergeben, und alles andere, was eben zum tollen "Noro-Virus" gehört. Schön, das ging dann einen Tag so und als der schöne Virus weg war, bekam ich Grippe - doppelt gemobbelt hält besser, wie man bei uns sagt. Aufjedenfall war das auch die Zeit, wo man wohl am Finger abzählen konnte, was ich aß (mir war auch gar nicht danach). Als das alles vorbei war, stieg ich nochmals auf die Waage, wuhu, sie zeigte deutlich weniger an, 3-4kg. Glücklich darüber dachte ich, dass ich nun wirklich weitermachen sollte. Das war also mein Aha-Erlebnis. Ich stellte also meine Ernährung um, Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal. Zu meinem Glück brauchten wir eine neue Friteuse und entschieden uns für eine ActiFry (mit dieser kann mit einem Löffel Öl tolle Pommes und andere Dinge zaubern). Das hieß auch: Ich musste nicht einmal so sehr auf diese schmackhaften Dinge verzichten. Ich stellte also um. Morgens frühstücken (tat ich nie), dann zur Schule, dort ein Vollkornbrot und einen Apfel (vorher: Käselaugenbrötchen), Mittags ganz normal (ein Gericht meiner Wahl) und Abends meistens noch Gemüse und einen Joghurt (ich empfehle die Joghurts von Optiwell mit 0,1% Fett und 60kcal pro Becher). Natürlich varriierte mein Essensplan, im Großen und Ganzen blieb ich aber dabei. Morgens esse ich nun übrigens immer eine Schüssel Müsli (Vollkorn natürlich!), damit ist man gut gesättigt und hat auch genug Energie. Weiter ging es. Ich fuhr nicht mehr mit dem Bus zur Schule, sondern lief. Das wurde mir aber auf die Dauer zu lang, denn wer möchte schon 35min laufen, wenn er ausgepowert aus der Schule kommt (tlw. um 16.30 Uhr)? Ich entschied mich dann, auch als das Wetter besser wurde, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Das mache ich auch heute noch. Nebenher fuhr ich noch normal Fahrrad (fing mit 10km an, dann 20km, mittlerweile fahre ich auch mal 60km im schönen Schwarzwald). Seit einigen Woche jogge ich auch, bin aber noch in der Beginnerphase, aber es gefällt mir. Ich hatte also konkret folgendes getan:
1) Sport in den Alltag eingebaut
2) Ungesunde Fette und Kohlenhydrate ersetzt durch gesunde (mehrkettige) Kohlenhydrate bzw. ungesättigte Fettsäuren
3) Informationen gesammelt, auch hier im Forum, über die Vorgänge, die im Körper ablaufen (Wie kommt es zu Übergewicht? Was ist nötig um Fett zu verlieren? Welche Brennwerte haben einzelne Produkte? Kalorienbedarf? Stoffwechselaktivitäten? .. etc.pp.)
4) Auch freizeitlich Sport betrieben
Eines möchte ich noch sagen: Ich habe nie auf Süßigkeiten verzichtet. Ich esse jeden Tag meine zwei Nougat-Pralinen (die schönen, in Herzchenform von einer bekannten Schokoladenfirma). Ich liebe Nougat und wollte auch nicht wirklich verzichten. Ich hab' auch alles gegessen, auch Pommes. Heute kann ich mit gutem Gewissen auch mal eine halbe Pizza essen, ohne, dass ich Angst um mein Gewicht habe. Ich esse normal, hab' also keine Probleme.
Ich ging erst vor einigen Wochen zum Arzt. Blut entnehmen. Alles wunderbar. Gerade mein Blutzucker- und Cholesterinspiegel sind traumhaft, er meint, das wäre super. Überhaupt sind alle Blutwerte in bester Ordnung, die Abnahme hat mir also geholfen. Auch mein Blutdruck ist gut. Zu Beginn hatte ich in Höchstzeiten einen äußerst kritischen Blutdruck (tlw. 180 / 110), mittlerweile ist er normal, sprich 128 / 70 (letzte Messung). Auch mein Puls, der sich damals immer im Bereich jenseits der 100 aufhielt, ist mittlerweile bei 65, im Ruhezustand.
Auch das Thema Klamotten ist wichtig: Zu Beginn hatte ich Hosengröße 40/34, aktuell ist es 30/34. T-Shirts, Longsleeves oder Sweatshirts kaufte ich damals in der Größe XL, mittlerweile kann ich Größe S problemlos tragen (vorrausgesetzt sie sind lang genug). Ich verlor in dieser Zeit rund 30cm Bauchumfang, ich startete bei 112cm, im Moment pendle ich bei 80cm.
Und nun das Wichtigste: Ich habe mein Gewicht seit Anfang Januar von 100kg auf 69kg reduziert. Mein Ausgangs-BMI war bei 31, nun habe ich einen BMI von 20,6! Die letzten 1-2 Kilo möchte ich noch loswerden, dann geht es daran, Muskeln aufzubauen um wieder eine schöne Körperform zu bekommen (ich weiß, man sollte das gleich zu Beginn machen ...).
Ich möchte Euch ermutigen: Ich weiß, dass abnehmen alles andere als einfach ist, aber es lohnt sich, denn keine Tafel Schokolade auf dieser Welt kann einem das Gefühl solcher "Zufriedenheit" geben. Zum Schluss noch etwas: Ich bin jetzt auch Glücklich Vergeben - vor ein paar Monaten noch ein Zustand, den ich mir nie erträumt hätte. Mein Leben ist perfekt, und ich möchte die alten Zeiten nicht mehr zurückhaben.