Ich habe mich nach LANGEM hin und her für den Bypass entschieden aus Gründen die ich nun auflisten werde.
1996 bekam ich, recht blauäugig, ein Magenband. Damals wog ich, nach etlichen Abnehm versuchen, 147kg.
1996 wurde ich schwanger, 1999 erneut..das Band wurde nie entblockt. Die damaligen Docs hielten auch keine Kontrollen für nötig.
Ich habe mir von 2000-2004 die Seele aus dem Leib gek.... weil das Ding gekippt war.
Ausserdem hatte ich extrem viele Lebensmittelunverträglichkeiten, was bei einem Band keine Seltenheit ist.
2004 habe ich es dann entfernen lassen, da am Ende nicht einmal mehr Wasser drin blieb.
Von März bis Juli 2004, also dem Tag der Entfernung habe ich auf 114kg abgenommen - weil eben NIX rein ging.
Am 16.12.2005, meinem Bypass OP Tag wog ich 151.8kg. Der Jojo hatte unerbittlich zugeschlagen.
In meinem recht umfangreichen Tagebuch hier habe ich einmal geschrieben dass es mich wirklich wundert warum ich bei 600-700kcal am Tag gut abnehme aber sobald ich über 1000 bis 1200 kcal esse nix mehr passiert. Sicher für einen normalen Menschen ist das ein gutes Diätverhalten auf 1200-1600kcal zu leben..aber bei mir wollte das nicht klappen.
Heute weiss ich auch warum. Es ist ein Teil meiner Krankheit. Wie ich oben schon gesagt habe: Ein Morbid Adipöser Mensch MUSS sein leben lang auf 600-700kcal leben um das Gewicht zu senken und dauerhaft zu halten!
Ich entschloss mich also zu einer endgültigen Lösung und Aussicht auf ein normales und gesundes Leben - der Bypass.
Es wird ein Pouch (Restmagen) geformt. Der Magenausgangspförtner bleibt allerdings am abgetrennten Magenrest erhalten und nicht am nun aktiven Pouch.
Der Pouch geht direkt über in den Dünndarm - was bei zu grosser Fett und Zuckerzufuhr zum Dumping führen kann.
Dumping Syndrom nennt man nach dem Essen direkt in Schweissausbruch, Schwindel, Zittern und/oder Herzrasen verfällt. Wie eine Unterzuckerung in etwa. Sehr gutes Hilfsmittel für Leute die gerne Fett oder Zucker essen - denn ein Dumping will man, wenn man es einmal hatte auf jeden Fall vermeiden.
Neben dem Minimagen wurde bei mir 150cm Darm überbrückt(bypassed) um eine Malabsorption herbeizuführen..und zwar aus dem Grund dass ich im Bereich von 700kcal bleibe und das mein Leben lang! Genau damit kann ich meiner Krankheit entgegenwirken und endlich ein nicht vom Fett und Essen kontrolliertes Leben leben.. Ja mein Leben leben..ohne Zwänge ohne Scham oder Depressionen. Ich bin auf dem besten Weg dazu DIESEN EINEN Traum endlich zu realisieren.
Ich werde gleich mal Bilder eines Roux-en-Y Bypasses suchen damit es verständlicher ist.
EDIT:
Hier ein link zu Bildern und sehr ausführlichen Erklärungen:
http://www.adipositas-chat.de/magenbypass.htm
Es gibt für die Adipositas KEINE Heilung.. nur Gegenmittel. Somit ist die Adipositas Chirurgie für Leute wie mich die EINZIGE Alternative.
Ich hatte keinerlei Schmerzen, konnte schon auf der Intensivstation die Schmerzpumpe abbauen lassen.
Bis auf ein bisschen Zwicken hier und da kann ich mich danach auf Station auch an keine Schmerzen erinnern.
Die Wunden sind gut verheilt und die Narben nicht aufgeblüht. Irgendwann werden sie verblassen und kaum noch sichtbar sein.
Ich bekam übrigens einen laparoskopischen Bypass.. sprich keinen Bauchschnitt sondern 6 kleine Schnitte von 1 - 2cm länge.
Würde ich nochmal vor der Wahl stehen.. ich würde es wieder tun!