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Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme... Beitrag #1
Pegasus001
...hat sein Ziel erreicht
Registriert seit: 01.2008
Ort: Bayern, Oberfranken
Beiträge: 815
Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme...
Hallo.
Ich bin zwar noch nicht fertig mit der Abnahme, aber es fehlen noch die letzten 8kg, dann habe ich die geplanten 45kg zu meinem Wunschgewicht von 75kg geschafft. Das wird wohl so etwa in 10 Wochen erreicht sein, wenn nichts dazwischen kommt.
Jetzt kommt die Zeit, sich langsam mal Gedanken zu machen, wie ich das erreichte auch halten kann. Wieder zunehmen ist KEINE Option. Dazu habe ich mich nicht ein Jahr lang kasteit. Dann hätte ich mir die Arbeit sparen können.
Klar, alte Gewohnheiten sind passé.
Abnehmen ist, so denke ich, wohl noch leichter als halten. Beim Abnehmen (ich zähle Kalorien) muss "einfach" die zugeführte Menge geringer sein als die verbrauchte. Ob der Unterschied jetzt 300, 400 oder 800Kcal sind, ist im Prinzip einerlei.
AAAABER jetzt muss es ja genau stimmen. Die Kcal Zahl muss exakt der verbrauchten Energie entsprechen. Und das bedeutet, noch exaktere Kontrolle, auch wenn man jetzt etwas mehr essen darf.
Da ja lt. statistischen Erhebungen nur 5-10% der abnehmwilligen Erfolgreich sind, und als Erfolg alle gezählt werden, die innerhalb von 5 Jahren nach der Abnahme maximal 50% des verlorenen Gewichtes wieder zugelegt haben, findet man im Netz nur sehr wenig Ratschläge.
Ich plane meine Zeit danach ebenso sachlich und ohne irgendwelche "Zaubertricks" alleine mit den Mitteln der Logik und der Vernunft anzugehen. Also keine Gurus, keine Hexen-Diäten, kein Atkinson, sondern einfach nur die Kcal zuführen, die ich verbrauche, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Hierzu vorab eine Ausschwingphase, und eine Rechenphase.
Wer hat Lust, sich auf diese Art und Weise zu beteiligen?
Ich plane die Balance in mehreren Schritten.
1. Schritt: Bestimmung des eigenen und exakten Kalorienverbrauches.
2. Schritt: Aufbau der Ernährung, mit allen Ausnahmen und mit langfristigen Grenzsetzungen.
3. Schritt: Langfristige Kontrolle
4. Schritt: Notmaßnahmen bei Schwankungen
Ich bin jetzt, obwohl ich mein Zielgewicht noch nicht erreicht habe, bei Schritt 1.
Das bedeutet, dass ich im Moment anfange zu protokolieren, wieviel Kcal ich zur Zeit zuführe und wie sich das Gewicht verändert. Dies will ich mindestens 6 Wochen protokolieren. Daraus kann ich dann meinen durchschnittlichen Kcal Bedarf ermitteln, der für mich persönlich genau stimmt.
Schritt 2:
Ich baue mir einen Ernährungsplan auf, der etwas unterhalb meiner benötigten Energiemenge ist. Die gesparte Menge sollte in der Größenordnung zwischen 1000 und 3000Kcal pro Woche liegen. Diese werden dann für Leckereien, Süssigkeiten, Kuchen, mal Schnitzel mit Pommes und ähnliches verwendet. Wenn ich z.B. von einem Grundkonsum von 2400Kcal pro Tag ausgehe, wären das pro Woche 16.800Kcal. Wenn ich dann nur 14.000 einplane für die Grundernährung, hätte ich 2000Kcal pro Tag und noch 2800 für besondere Fälle. In einem 2. Schritt werden von diesen 2800 Kcal auch immer ein wenig eingespart für Urlaub und andere Eventualitäten, bei denen man nicht oder nur kaum vernünftig rechnen kann.
Schritt 3:
Das Gewicht stetig kontrollieren und sich Obergrenzen sowie Untergrenzen setzen. Diese sollten ausserhalb der normalen Schwankungen sein, jedoch nicht so hoch, damit man diese noch zügig abbauen kann. Ich denke +/- 3,5kg ist ein guter Richtwert. Falls dieser Über oder Unterschritten wird, kommen wir zu
Schritt 4:
Notfallprogramme.
Hierzu gehört ein Diätprogramm, geeignet um 5 kg in einem Monat abzubauen sowie ein weiteres Diätprogramm, geeignet 5kg auch wieder aufzubauen. Dieses muss ohne Aufwand von heute auf morgen anstartbar sein.
Etwas unschlüssig bin ich noch, was die Ausschwingphase angeht. Von heute auf morgen wechseln würde ja unweigerlich zu einer Gewichtszunahme führen, alleine schon deshalb, weil man ja mehr Volumen zuführt. Ich sehe momentan 3 Alternativen:
1. Langsames Ausschwingen:
Ab erreichen des Gewichtes die Energiezufuhr täglich um 100Kcal erhöhen, bis man die gewünschte Zufuhr erreicht hat.
2. Hochschnellzen lassen
Etwas 1-2kg unter dem Zielgewicht gehen, um dann zu wechseln, so dass man genau eine Punktlandung hinlegt
3. Energiereicher essen
Die energiearmen Nahrungsmittel gegen energiereichere wechseln, um so bei gleichen Volumen mehr Kcal aufzunehmen.
Oder eine Mischung aus alle dem.
Wer hat Lust, sich da mit zu beteiligen? Wer hat noch weitere Ideen? Vorschläge?
Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme... Beitrag #2
champ
nie mehr dick sein
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Beiträge: 281
AW: Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme...
Hallo Thomas,
ich habe letztes Jahr von 104 kg auf 58 kg in 6 Monaten mit eiserner Disziplin abgenommen. Dann ging mein Gewicht noch bis auf 56 kg runter durch den vielen Sport. Anschließend habe ich das Gewicht bis April diesen Jahres eigentlich spielend gehalten. Während der Abnehmphase habe ich so um die 1000 kcal gegessen und danach so ca. 1300 - 1500 kcal am Tag. Ich habe die Kalorien nicht genau gezählt sondern mehr abgeschätzt, könnten also auch mal 100 kcal mehr oder weniger sein. Im April kam dann der Knall und ich habe in 7 Wochen 12 kg zugenommen. Keine Ahnung was das gewesen ist. Bis jetzt habe ich 8 kg schon wieder runter und will bis Ende Juli den Rest geschafft haben.
Was du schreibst klingt ja ganz logisch aber denkst du das dein ganzes Leben durchzuhalten? Ich möchte frei leben ohne ständig ans essen denken zu müssen und zu rechnen. Das habe ich in der Haltephase ausprobiert und nur gegessen wenn ich Hunger hatte und dann aber auch das auf was ich Appetit hatte. Und es hat ja ein halbes Jahr funktioniert.
Fakt ist auf alle Fälle, daß das Halten des Gewichtes erst mal schwieriger ist als das eigentliche abnehmen. Solange ich nicht weiß was der Auslöser der Fressattacke gewesen ist mache ich mir schon so meine Gedanken wie es dann bei mir weitergeht.
Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme... Beitrag #3
Pegasus001
...hat sein Ziel erreicht
Registriert seit: 01.2008
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AW: Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme...
Hallo Champ.
Klar, im Moment kann ich nur altkluge Ratschläge geben und muss den Beweis meine Thesen erst antreten.
Das war jedoch, bevor ich abgenommen habe, bezüglich meines Diät-oder sagen wir besser, Ernährungsplanes ähnlich. Ich habe einfach die Hypothese in den Raum gestellt, dass man auch mit Fertigmahlzeiten, also "Fast-Food" im eigentlichen Wortsinn, abnehmen kann. Seit 10 Monaten gehört dazu, dass ich früh ein Brötchen mit Schokoaufstrich, und zwar richtig dick, esse. Entscheidend ist nicht unbedingt, WAS wir essen, sondern WIEVIEL und wie Energiereich.
Du schreibst, Du möchtest frei leben, ohne bewusst auf das Essen achten zu müssen.... Ich habe mich damit abgefunden, dass ich diese Chance ENDGÜLTIG verspielt habe. Wer einmal dick war, wird immer dazu neigen. Also entweder sich damit abfinden, ein Leben lang die Kontrolle zu wahren, oder am besten gar nicht erst versuchen abzunehmen. Das wäre gesünder als das auf und ab.
Klingt brutal? Ist es auch.
Der Grund ist wie folgt: Neben den beiden Sättigungsregulatoren "Voller Bauch" und Blutzuckerspiegel wurde ein 3. Regulatorium entdeckt. Die Fettzellen selber informieren über die Botenstoffe Leptin und Adiponektin das Gehirn über ihren Füllungsgrad. Das bedeutet, da ja Fettzellen auch nach einer noch so harten Diät im Körper ein Leben lang bleiben, dass diese auch ein Leben lang dem Gehirn Signale geben, es möge doch wieder für eine bessere Versorgung sorgen, damit die Fettzellen sich wieder für Notfälle füllen können. (Quelle: Spektrum der Wissenschaft Spezial Ausgabe 1/08)
Die beiden einzigen mir momentan bekannten Auswege sind:
1. Lebenslange Disziplin
2. NACH der Diät Fettabsaugung an allen entscheidenden Stellen + bedenken, nie mehr in alte Verhaltensmuster zu verfallen.
Da ich operative Eingriffe immer als den schlechteren Weg empfinde, bevorzuge ich Variante 1.
Ich denke jedoch, dass im Laufe der Monate das Kalorienzählen leichter fällt, da man einfach ein Gefühl dafür entwickelt, was wieviel hat.
Eine Sache, die mir hoffentlich auch in Zukunft helfen wird, sind Rituale.
Ich versuche die Nahrungsaufnahme aus dem Alltag raus zu lösen und fast wie rituelle Handlungen zu zelebrieren. Klingt schlimmer als es ist. Es gehört dazu, den Tisch zu decken, gewisse feste Gewohnheiten und Zeiten und soll mir helfen, bewusst zu essen. Erste Erfolge sind, dass mein Hunger sich weitestgehend inzwischen an die Zeiten hält. Obwohl ich als Frühstück nur ein Nutellabrötchen zu mir nehme (mit zugegebenermaßen gigantischen 500+ Kcalorien), bekomme ich tatsächlich erst so gegen 11:30 Hunger. Dann kommt mein tägliches Sporttraining (ein Teil meines "Mittagessenrituales") und dann wird der Tisch gedeckt, gekocht (sofern man bei Mikrowellengerichten von Kochen sprechen kann) und dann gegessen.
Auch mit Sport ist das so eine Sache. Ich hasse Sport, sehe aber die Notwendigkeit ein. Also habe ich es zu einer festen Angewohnheit wie Zähneputzen gemacht.
Also um diese Thesen zusammen zu fassen.
1. Ohne Kontrolle geht es wohl nicht, die Chance haben wir verspielt.
2. Feste Gewohnheiten und Rituale helfen, die Essgewohnheiten zu regulieren.
3. Es sollte jedoch möglich sein, sein neues Gewicht zu halten, wenn wir es schaffen, uns an ein festes Regelwerk zu halten.
Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme... Beitrag #4
champ
nie mehr dick sein
Registriert seit: 05.2008
Ort: gleich um die Ecke
Beiträge: 281
AW: Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme...
Hallo Thomas,
ehrlich gesagt bewundere ich dich wie du dein zukünftiges Leben gestalten willst. Ich würde diese Kontrolle über mich selbst nicht hinkriegen.
Du hast vollkommen recht damit, daß wir uns ständig kontrollieren müssen denn die Fettzellen sind nun mal da und werden ja auch durch eine Diät nicht weniger. Aber meine Kontrolle soll halt das wöchentliche wiegen sein. Das muß reichen. Eine Toleranz von +/- 2 kg stehe ich mir zu (Wassereinlagerungen etc.) aber ansonsten muß es einfach so gehen. Im Moment komme ich mit meiner natürlichen Ernährung ganz gut klar, obwohl ich manchmal das Gefühl habe zuwenig zu essen. Aber mir fehlt das Hungergefühl und ohne dem esse ich halt nicht mehr.
Ich hoffe ja mal ganz stark Ende Juli fertig zu sein und dann muß ich meine Essensmenge erhöhen oder den Sport minimieren. Was ich mache weiß ich noch nicht, ich denke mal das wird sich im täglichen Leben ergeben.
Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme... Beitrag #5
Mira Pulsstar
Mira Pulsstar
Registriert seit: 01.2007
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AW: Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme...
Hallo Pegasus,
Deine genauen Pläne für's Gewicht Halten, wenn Du Dein Ziel erst einmal erreicht hast, finde ich sehr spannend.
Aber bin skeptisch...
Erstens sehe ich Probleme mit dem Ausrechnen, welche Kalorien der Körper exakt braucht. Wenn ich mich nicht täusche, brauchte mein Körper bei immer mehr Abnahme auch immer weniger. Klartext: Als ich noch meine 88 Kilo wog, konnte ich gefahrloser "sündigen", d.h. mehr essen und nicht gleich mit einer Zunahme rechnen wie heute mit ca. 60 Kilo.
Dann das mit der Disziplin... also lebenslang. Das schreibt sich leicht, wenn man noch mitten beim Abnehmen ist - und vor allem solche schnellen Erfolgserlebnisse hat wie Du. Innerhalb von 10 Monaten 40 Kilo! Da könnte es durchaus sein, daß Dein Körper nach einem "Ausgleich" geradezu schreit.. also unbedingt nach oben will. Und Dir auch die unbedeutensten Ausweicher (z.B. ein Stück Kuchen) mit einem Pfund mehr am nächsten Tag beantwortet.
Aber dennoch glaube ich Dir - und möchte ebenso glauben, daß Du mit Deinen Plänen Erfolg hast. Immerhin reagiert jeder Organismus anders... dann sollen Männer es etwas leichter haben als Frauen - und das wievielte Mal nimmst Du ab? Je weniger Jojo, desto mehr denke ich, hat man Chancen.
Wenn Du soweit bist.. schreibst Du dann rein, wie es Dir ergeht - ja?
Bitte überzeuge mich, daß sowas geht!!
Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme... Beitrag #6
Maguelonne
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AW: Sachlich und pragmatisch - Halten nach der Abnahme...
Mit ähnlichen Gedanken schlage ich mich auch gerade herum. Ich habe seit Mai 2008 von ca. 92 auf 77 abgenommen und muss noch mindestens 71 erreichen, um als normalgewichtig zu gelten.
Obwohl es ja leider noch ein bisschen dauern wird, möchte ich mir langfristig die 70 als Schallmauer setzen. Egal, ob vollgefressen, angezogen oder vor dem Toilettengang, 70 sind die Grenze.
Ich werde mich weiterhin in festgesetzten Intervallen wiegen und aufschreiben. Sonst kommt man schnell in einen Spirale aus
Fressanfall -> Demotivation -> Vermeidungsverhalten -> nicht mehr wiegen -> "jetzt ist es sowieso egal -> Fressanfall usw.
Die Psychologie spielt wie immer eine entscheidende Rolle, siehe Link:
adipositas-online.de/diaet-abnehmen-21.htm
Geändert von zittaliii (30.09.2008 um 09:38 Uhr).
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