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Ich bin ja schon ne halbe Ewigkeit hier im Forum. Nur bisher hats leider mit dem Abnehmen nicht geklappt. Aus vielerlei Gründen. Dazu später mehr. Zunächst, damit alles seine Richtigkeit hat, beantworte ich nochmal die Fragen:
1) Wie viel Gewicht möchtest Du verlieren?
Ich wiege jetzt so um die 86 Kilo. Wieviel genau weiß ich nicht. Ich lege mich auch nicht auf eine Zahl fest. Ich will mich einfach nur wohl fühlen in meiner Haut.
2) Bis wann möchtest Du Dein Wunschgewicht erreichen?
Auch hier lege ich mich nicht fest. Solange es eben dauert!
3) Wie wirst Du Deine Ziele erreichen, welche Methoden möchtest Du anwenden?
Langfristig möchte ich zur "Natürlich-Schlank-Methode" kommen. Also nur dann essen, wenn man Hunger hat, aufhören wenn man satt ist, und das Essen genießen. Dass das aber leichter geschrieben als getan ist, habe ich in den letzten 2 Jahren erfahren, seit ich zum ersten Mal davon erfuhr. Und ich habe erkannt, dass ich zunächst einige andere Dinge "ins Reine" bringen muss (meine Gefühle und Essgewohnheiten, sowie generell meinen Alltag), bevor ich mich wirklich auf diese Methode mit ganzer Kraft konzentrieren kann. Da bin ich jetzt dabei und es geht langsam vorwärts. Außerdem habe ich die Esoterik entdeckt, die mir auf diesem schwierigen und langen Weg wertvolle Hinweise und Hilfestellungen gibt. Zusätzlich unterstütze ich das Abnehmen mit der Almased-Diät!
4) Wer oder was kann Dich bei Deiner Zielerreichung unterstützen?
Naja, in erster Linie ich selber natürlich. Nicht aufgeben, wenn es mal schwierig wird, sondern sowohl das langfristige Ziel im Auge behalten, als auch die vielen kurzfristigen Ziele und kleinen Erfolge. Die werden ja allzu oft einfach übersehen.
5) Wie realistisch sind Deine Ziele?
Sehr!!!
6) Wann wirst Du beginnen?
Naja, sofort natürlich!
So, und nun noch ein paar allgemeine Dinge, warum es wohl bisher nicht geklappt hat bei mir Angefangen hatte ich hier im Forum mit dem Kalorienzählen. Aber das ging mir irgendwann auf die Nerven und ich fühlte mich total eingeschränkt, so dass ich bald FAs bekam. Und je mehr ich versuchte mich an die Kalorienzahl zu halten, desto häufiger und heftiger wurden die FAs. Also Diät abgebrochen und was neues gesucht.
Als nächsten Versuch hatte ich mir die Rohkost ausgeguckt. 4 Monate lang hielt ich durch und as zu fast 75 % Rohkost. In dieser Zeit ging es mir einfach Fabelhaft. Meine Hauterkrankung wurde besser, mein Energielevel stieg, ich war aktiv und fühlte mich rundum wohl. Tja, und trotz all diesen positiven Effekten kam letztlich doch wieder der Rückfall in alte Verhaltensweisen. Und auch hier endeten die Versuche zur Rohkost zurückzukehren in FAs.
Über die Natürlich-Schlank-Methode war ich zuvor schon gestolpert, hatte auc h mehr oder weniger ernsthaft versucht danach zu leben. Doch schon bald stellte ich fest, dass ich auch hier zu verbissen mit mir war. Statt der Kalorien oder der Rohkost waren nun die "Regeln" dieser neuen Methode die Schranken, in denen ich mich bewegen "durfte". Brach ich einmal aus, fühlte ich mich wieder wie ein Versager. Siehste, noch nichtmal DAS schaffst du. Bist doch zu allem zu bl.öd!!!
Und so nach und nach gingen mir verschiedene Lichter auf (daher auch mein Name), warum ich as, ohne Hunger zu haben. Woher der Heißhunger auf Gummibärchen kam z.B. Ich konnte diesen Knoten (der noch aus meiner Kindheit stammte) lösen, und wie von selbst verschwand die Gier nach Gummibärchen. Ah! Sorum also funktioniert die Natürlich-Schlank-Methode. Nicht: Essverhalten ändern und die Gefühle ändern sich von alleine! Sondern: Verantwortung für seine Gefühle übernehmen (und sie ausleben) und das Essverhalten ändert sich. Nicht ganz von alleine, aber fast
Aber ich machte wieder einen "Fehler": Ich war zu ungeduldig. Wollte alles auf einmal bearbeiten und herausfinden. Und verhedderte mich immer mehr in einem Wust aus Erinnerungs-Bruchstücken, Gefühlsfetzen und Ahnungen. Aber es war nichts greifbares dabei. Bis ich auch hier wieder erkannte, dass all das wieder nur eine Flucht war. Und zwar eine Flucht vor dem eigentlichen Problem. Dem "Ur-Problem" sozusagen, das hinter meinem Überessen stand/steht. Was dieses "Ur-Problem" ist, habe ich noch immer nicht herausgefunden. Aber mittlerweile habe ich eine Möglichkeit gefunden, daran zu arbeiten (und zwar nicht wieder durcheinander und alles auf einmal, wie bisher, sondern zielgerichtet und mehr oder weniger gradlienig!).
Und so beginne ich heute, am 22.9.06, ein neues Tagebuch, in der Hoffnung, dass es diesmal das letzte sein wird, auf meinem Weg zum Wohlfühlkörper.
Mal angenommen, wir wissen, dass uns (zum Beispiel) Schokolade körperlich nicht gut bekommt. Ok, also lassen wir die Schoki einfach weg, und es müsste uns besser gehen. Tut es vermutlich auch (körperlich). Was aber ist mit dem seelischen Aspekt? Was, wenn die Seele dir sagt: ICH WILL SCHOKI? Ich BRAUCHE Schoki??? Wie lange kann man sich gegen dieses Verlangen wirklich wehren? Nicht so lange oder?
Dann antworte ich dir mal hier auf deinen Beitrag in meinem TB:
Mir bekommt Schokolade körperlich auch nicht, ich bekomme Ausschlag, Pickelchen. Meine Seele sagt also: Ich brauche Schokolade. Warum sagt sie das? Weiß sie nicht, dass mein Körper Schokolade nicht verträgt? DOCH, SIE WEISS ES. Warum sagt sie es trotzdem? Ganz einfach:
Die Seele spricht zu dir in Bildern. Sie redet nicht in Worten. Sie sagt, sie brauche Schokolade und zwar das, was für dich Schokolade bedeutet. Für jeden ist es etwas anderes. Für mich ist es eine Belohnung, eine Anerkennung, ein Dank, Aufmerksamkeit, Wahrgenommenwerden, Liebe...
Mir schmeckt Schokolade körperlich gar nicht, sie schleimt mir zu sehr und die meisten Sorten sind mir zu süß, die 90%igen zu kakaolastig. Schokolade ist nichts für mich. Aber das, was Schokolade für mich bedeutet - genau das brauche ich - und wenn ich es dann bekomme, ist der Hunger auf Schokolade auch fort.
Der Körper bekommt Nahrung für den Körper. Die Seele bekommt keine materielle Nahrung, sondern Seelennahrung - Kontakt, emotionale Berührung und Streicheleinheiten, also liebevolle Worte, besondere Sätze...
Wenn du Schokolade isst, weil dein Körper sagt, er brauche Schokolade, dann ist es gut.
Isst du Schokolade, wenn deine Seele hungert, dann kannst du tonnenweise Schoki in dich hineinstopfen und du wirst immer noch Hunger haben.
Hallo Nara (darf ich dich so nennen, oder ist dir Naramudi lieber?)
Sicher darfst du Nara zu mir sagen (tolle Idee, du bist die Erste, die mich so nennt), aber du darfst auch meinen weltlichen Namen nehmen: Karin
Zitat:
Zitat von Candle
Nur leider ist die Theorie meistens einfacher als die Praxis
Wünsch dir weiterhin viel Energie und gute Laune
Guten Morgen, candle,
das dachte ich auch erst, also dass das so schwierig ist, diese beiden Arten von Hunger zu unterscheiden und adäquat zu befriedigen. Aber es ist kinderleicht. (Alles ist leicht, wenn man es kann und DAS können bereits kleine Kinder!).
Ein Kind geht normalerweise mit Nahrung ganz anders um als wir Erwachsenen. Es hat keine Vorurteile, sondern isst genau das, worauf es gerade Appetit hat und was sein Körper ihm als *lecker* eingibt. Die Geschmäcker der Kleinen sind sehr verschieden. Sie haben natürlicherweise fast keinen Hunger nach Chips und derartigem Zeug (das kommt erst, nachdem Eltern diese Dinge als Belohnung eingesetzt haben und sich in ihr Ernährungsschema eingemischt und es durcheinander gebracht haben).
Als bei mir selbst alles noch intakt gewesen ist, war ich ein Kind mit geringem Appetit. Morgens wollte ich lange ausschlafen und NICHT frühstücken (ich war aber schon um 5 Uhr morgens wach, weil dann der Wecker meines Vaters zur Arbeit ging und um spätestens 6:30 Uhr MUSSTE ich frühstücken, weil der Mensch morgens wie ein König essen soll). Dann wurde ich also zwangsernährt, weil meine Mam es für richtig hielt. Ich bekam ein Pausenbrot, das mir nicht schmeckte, weil mein Magen ja schon vom Frühstück voll war und schmiss es meistens weg. Mittags hätte ich gerne etwas Leichtes gegessen, aber dann gab es fettige Pfannengerichte, deftige Eintöpfe oder mächtigen Kartoffelsalat. Den Nachtisch fand ich angenehmer und gierte also darauf. (Obwohl das auch nicht das Essen gewesen ist, welches ich eigentlich von Natur aus essen wollte. Ich habe aber jahrzehntelang geglaubt, dass Pudding, Yoghurt, Eiscreme genau die leichten Nahrungsmittel sind, die ich mir gewünscht hätte. Fataler Irrtum, denn daduch führte ich die für mich falsche Ernährungsweise fort). Nachmittags gab es Kuchen. Hier dasselbe Irrtumsschema, denn ich mochte am liebsten OBSTkuchen, auch bei der mächtigen Schwarzwälder Kirschtorte, hätte ich am liebsten nur diesen Teil mit den Kirschen gegessen - musste aber meinen Teller leer machen, weil Essensreste nicht gerne gesehen wurden. Abends gab es Brot mit Wurst. Ich mag weder Brot noch Wurst, habe ich jetzt festgestellt. Doch ich war ein artiges Kind und stopfte das auch noch in mich hinein.
Zu trinken gab es Milch (weil die so gesund ist), Tee (aber den billigen löslichen Tee, der überzuckert war und nicht schmeckte) oder Wasser. Ich hätte gerne Orangensaft zum Frühstück getrunken, Apfelsaft (habe ich in einem Urlaub in Österreich entdeckt: Der war selbstgepresst und ich trank 5 Liter am Tag!!) oder richtigen Tee (korrekte Teezubereitung, nicht so lieblos das Pulver rein und Wasser drüber).
In unserer Familie gab es dieses Standardessen zum Sattwerden und dann gab es noch ganz besonderes Essen für Feiertage, Geburtstage und Festlichkeiten: Schinken, Schokolade, Pralinen, Chips, Limonade, Dunkelbier...
Und weil mein Ernährungsleben so falsch und trist war, steigerte sich meine GIER nach genau diesen besonderen Ernährungsmitteln, OBWOHL ich diese gar nicht wirklich haben wollte!! Sie waren nur etwas Besonderes, es gab sie nicht oft und jeder in der Familie wollte sie haben.
Später wurde das i-Tüpfelchen auf meine angefachte Gier gesetzt, nämlich als mir VERBOTEN wurde, von den besonderen Ernährungsmitteln zu essen. Das Verbotene reizt doppelt und die Gier danach wurde durch regelmäßig durch Selbstdisziplin bekämpft, um dann in einem Fressanfall zu enden. Oder ich gönnte mir genau diese Ernährungsmittel, um mir etwas Gutes zu tun (weil ich es eben auch nicht besser gewusst hatte). Ich belohnte mich mit dem Falschen.
Alles war verkorkst und verdreht. Kein Wunder, dass es so lange gedauert hat, bis ich wirklich herausgefunden habe, wie mein korrektes Ernährungsschema aussieht:
morgens kein Frühstück, evt. Orangensaft oder Obst
mittags eine leichte Mahlzeit, gerne Fisch, Nudeln oder Obst
nachmittags: gerne Tee und Kekse oder Obstkuchen
abends eine leichte Mahlzeit, gerne Müsli, Obst, Fisch
Mir genügen erstaunlicherweise knappe Mengen, ich fühle ein Sättigungsgefühl, das ich bei meiner bisherigen Ernährungsweise nie hatte (da suchte ich nach der Mahlzeit danach, was ich noch essen könnte, ich blieb also unbefriedigt).
Dann habe ich in der Kindheit noch gelernt, mich mit Essen vollzustopfen, wenn es mir gefühlsmäßig schlecht ging, d.h. ich hatte ja generell bei jeder erzwungenen Mahlzeit eine Abneigung gegen das Essen, eine Wut, von der ich nicht wusste, warum sie da war (natürlich weil ich das falsche Essen bekam), ich wurde von der Nahrung überhitzt (hitzig=Groll, Aggression, überaktiv) oder unterkühlt (kalt=reduziert, lahmgelegt, apathisch, passiv). Ich kannte kein Gefühl für Nahrung, dass mich ausgeglichen und glücklich gemacht hätte.
War ich traurig oder krank, gab es Süßigkeiten zum Trost - oder auch nicht (was sich für mich genauso verkehrt anfühlte! Es gab oft keinen Trost und ich verband die Liebe meiner Eltern mit Süßigkeiten, weil das etwas Besonderes war und sie dann in Feierlaune gewesen sind, die häusliche Atmosphäre also den Anschein von Normalität zu diesem Zeitpunkt hatte oder ich ausnahmsweise belohnt worden bin - was selten vorkam).
Ich kann mich auch an meine Schultüte erinnern, auf die ich mich gefreut hatte, weil dann endlich darin Süßigkeiten sein würden. Denkste. Meine Mutter meinte, davon werde ich bloß dick und stopfte den Boden mit Papier aus, darüber kamen sperrige Spielzeuge, mit denen ich nichts anzufangen wusste und dann endlich die ersehnten Süßigkeiten - leider viel zu wenige, weil kein Platz mehr in der Tüte war. Aus der Sicht eines Kindes ist der Vergleich mit den riesigen Schultüten der anderen i-Männchen, die im Überfluss von den Süßigkeiten hatten, die ich begehrte, außerordentlich enttäuschend.
Es macht viel Arbeit und Mühe, sich dem zu stellen und genau hinzuschauen, was für ein Mensch bin ich wirklich. Wie hätte ich mich entwickelt, wenn der Nährboden meiner Kindheit ein anderer gewesen wäre? Es ist schwer, alle anerlernten Verhaltensweisen abzulegen und nach dem naturgegebenen Verhalten zu fahnden. Aber es lohnt sich!
Ich finde es enorm wichtig, zu erkennen, dass ich gelernt habe, gefühlsmäßigen Hunger und Sehnsucht mit körperlichem Essen auszugleichen und es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass dies ZWEI verschiedene Ebenen sind. Körperlicher Hunger bedeutet materielles Essen, seelischer Hunger bedeutet Seelennahrung (ein Bad, ein neues Parfüm, ein Friseurbesuch, Kontakte...).
Ich habe nun meine innere Schatzkiste gefunden und ich bin nicht mehr bereit, jemals wieder anders leben zu wollen. Niemals wieder werde ich mir vorschreiben lassen, was ich zu essen habe, wann ich zu essen habe usw. Denn nur ich allein kann wissen, was ich wann in welcher Menge brauche. Was ich jetzt noch lernen muss, ist die Befriedigung des seelischen Hungers. Das klappt zwar schon ganz gut, aber manchmal eben doch noch nicht. Ich habe aber schon so viel geschafft und an mir gearbeitet, verändert...dann kriege ich das auch noch hin.
ich hoffe ich darf dich weiter auf deinem Weg begleiten und du kannst die Energie, die ich in deinen Worten lese, für die tollen Ziele einsetzen, die du dir ausgewählt hast, aber daran glaub ich fest.
Ich bin zwar schon seit letztem Donnerstag wieder hier, melde mich aber erst jetzt "offiziell" zurück.
Naja, die letzte Woche ging es mir nicht so gut. Irgendwie war mir mal wieder alles zu viel und ich wollte alles hinschmeißen. Hab sogar überlegt, ob ich das Forum verlasse oder nicht. Aber hier sind so viele Menschen, die ich lieb gewonnen habe, da kann ich nicht einfach gehen
Was war los mit mir: Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Naja, ok, eine Ahnung schon. Ich hatte zwei wunderschöne Wochen mit meinen Eltern und meiner Schwester in Oberammergau. Wir waren viel unterwegs und ich habe die Gesellschaft richtig genossen. Es war diesmal so anders als sonst. Aruscha war vom ersten Tag an ausgeglichen und fröhlich, ich war auch irgendwie entspannter als sonst, es gab keine "Reibereien" mit meiner Mum, etc. Einen Abend saßen Mum und ich auf dem Balkon und haben geredet. Geredet, geredet, geredet! Über meine Kindheit, darüber wie es mir teilweise ging (Thema Krankenhaus z.B.), wie meine Mum mich erlebt hat, als ich in die Pubertät kam (und mich noch mehr in mich zurückzog als ohnehin schon. War nie ein so offenes Kind). Aber ich hab auch einiges über meine Mum und meine Oma erfahren, das erstmal verdaut werden muss/te.
Die letzte Urlaubswoche dann war ich daheim. Alleine. Und ich landete eine ganze Woche lang vor dem Fernseher. Ließ mich gehen, ging nur raus um mit ARuscha Gassi zu gehen oder um einzukaufen, stopfte mich mit allerlei Dingen voll und "dämmerte" vor mich hin. Der "krönende Abschluss" dieser Zeit war dann letzten Donnerstag. Da ging es mir so mies, dass ich wirklich alles hinschmeißen wollte. Das erschreckenste daran war, dass ich ernsthaft überlegt hatte, gar nichts mehr zu essen Den Kontakt zu meinem inneren Kind hatte ich völlig verloren.
Bis ich dann selber "auf den Tisch gehauen" habe, und mich fragte, was das schon wieder soll. So kann es ja wohl nicht weitergehen. Daher der Entschluss, doch noch mal ein neues Tagebuch anzufangen. Einen echten Neubeginn. Es war irgendwie wie ein Befreiungsschlag. Und wie so oft, bei solchen extremen Tiefpunkten, fühlte ich mich hinterher, nach meinem Entschluss, stärker als zuvor. Am Freitag ging es mir schon besser. Ich ging nachmittags heim, landete zwar wieder vor dem TV, aber es war irgendwie wie "abschied nehmen" (keine Ahnung, wie ich dieses Gefühl anders ausdrücken soll). Ich schrieb dann noch meinen Einkaufszettel für Samstag, und genoss das TV-schauen. Zum allerersten Mal in meinem leben, glaube ich, ganz bewusst!
Überraschenderweise landeten dann am Samstag nur Rohkostlebensmittel in meinem Einkaufswagen. Ich schwöre, dass ich mich diesmal nicht dazu gezwungen habe. Es waren einfach die Sachen, auf die ich richtig "Bock" hatte Und es war ein Wochenende, an dem ich (für meine Verhältnisse) kaum TV geschaut habe. Auch das ganz ohne Zwang. Vor allem am Sonntag genoss ich das "süße Nichtstun", ohne mich vollrieseln zu lassen. Ich weiß noch, dass ich gelesen hatte (das Buch, das Rubinchen mir geschickt hatte) und irgendwann auf die Uhr sah, in der Annahme, es müsste schon Zeit für Aruschas Abendessen sein (gegen 17 Uhr). Aber denkste. Es war grad kurz nach 14 Uhr und ich dachte: "Wow, so lang kann ein Tag sein!"
Dieses Wochenende war erholsamer als die ganze letzte Urlaubswoche zusammengenommen
So, und jetzt genieße ich noch das Stück Kuchen, dass eine Kollegin mitgebracht hat.
Hab sogar überlegt, ob ich das Forum verlasse oder nicht. Aber hier sind so viele Menschen, die ich lieb gewonnen habe, da kann ich nicht einfach gehen
Für einen Moment hatte ich auch schon mal daran gedacht, das Forum hinzuschmeißen, das war aber mein persönlicher Fehler, denn es war eine Situation, in der ich mich hier angegriffen fühlte und mit der ICH nicht klarkam. Ich wusste, wenn ich flüchte, löse ich MEIN Problem nicht. Es hatte nichts mit dem anderen Menschen oder seinen Beitrag zu tun, sondern nur mit mir selbst.
Heute bin ich froh, geblieben zu sein und heute weiß ich, dass mir hier ALLES weiter hilft, also auch Beiträge von denen ich beim ersten Lese denke, sie würden mich angreifen (selbst wenn das so ist, sagt das immer nur etwas über den anderen Menschen aus. Wie ich darauf reagiere, sagt allerdings dann auch etwas über mich aus. Und das ist im Moment noch mein schwacher Punkt, an dem ich zu impulsiv bin. Einerseits weil ich gerade so viel Energie habe und andererseits weil ich lerne, mich abzugrenzen und zu wehren).
Ich bin neugierig auf deine weitere Entwicklung. Das ist alles ganz schön spannend, weil man nie wirklich weiß, wo man morgen schon stehen wird.
Du würdest mir auf jeden Fall fehlen, wenn du dich klammheimlich aus dem Forum schleichen würdest.