Hallo zusammen,
durch Zufall habe ich diese Woche eine Sendung bei MTV gesehen mit dem Untertitel "I'm uncomfortable with my new body".
Hat das vielleicht sonst noch jemand gesehen?
Einerseits war die Thematik sehr spannend, allerdings waren ein paar sehr schockierende Szenen dabei.
Es ging um zwei Leute, die beide nach einer Magenband-/ Magenbypass-OP extrem abgenommen haben und sich in Ihrem neuen Körper nicht wohl fühlten.
Ich fasse mal kurz zusammen.
1)
Die erste Person war ein 21-jähriger Mann, der nach seiner OP weit über 100 kg verloren hat. Dadurch hatte er viel überschüssige Haut (sah wirklich extrem aus), die er sich in einer weiteren OP entfernen lassen wollte.
Weil er nicht wollte, dass man die Hautlappen unter der Kleidung sieht, hat er sich täglich den Oberkörper bandagiert, damit es nicht so auffällt.
Er ging während der Sendung zu seinem Arzt und bat ihn, Flüssigkeit aus seinem Magenband zu entfernen, da er endlich wieder "normal" essen wollte. Er habe seit zwei Jahren fast keine feste Nahrung zu sich genommen. Der Arzt warnte ihn vor, dass er wahrscheinlich unkontrollierbare Hungerattacken bekommen würde.
Zwei Stunden später saß er in einem Restaurant und hat sich ein ganzes Menu reingedrückt, was er, Überraschung, nicht bei sich behalten hat. Trotzdem hat er sich danach wieder hingesetzt und drei Stück Kuchen und vier Milchshakes verputzt. Einfach nur, weil er es konnte.
Eine Woche war er wieder beim Arzt und hat ihn gebeten, das Band wieder enger zu machen, weil er sich nicht unter Kontrolle hatte.
Die OP hat er verschoben, weil er vorher noch weitere 10 kg abnehmen wollte.
2)
Die zweite Person war eine 25-jährige, die von über 100 kg auf ca. 55 kg abgenommen hat. Sie kam mit ihrem neuen Körperbild nicht klar. Auch sie hatte viel überschüssige Haut am Bauch und sie war völlig fixiert darauf.
Sie war oft ohne ihren Mann aus, um in Clubs nach Komplimenten zu fischen und neue Freunde zu finden

.
Sie sagte, sie tut das, um von anderen die Bestätigung zu kriegen, die sie sich selbst nicht geben kann.
Sie hat sich am Schluss eine Therapeutin und eine Selbsthilfegruppe gesucht, was ihr auch geholfen hat, ihren neuen Körper zu akzeptieren.
Geschockt haben mich diverse Situationen:
- Dass die beiden nach den OPs so schnell Gewicht verloren haben, dass weder der Körper noch die Psyche mit der Entwicklung mitkommen konnte
- Dass der Junge mit dem Magenband mehrere Jahre nur Brei zu sich genommen hat und sich nicht an ein normales Essverhalten gewöhnen konnte oder wollte.
- Dass das Mädel glaubte, nur mit Kriegsbemalung, Perücke und Minirock neue Freunde finden zu können und überhaupt nicht empfänglich für die Bestätigung durch ihren Mann war.
Alles in allem hat mich die Sendung (die zwar typisch amerikanisch und daher wahrscheinlich eine Nummer extremer war als das, was deutsche Sender so produzieren) bestätigt, dass so eine OP für mich nie in Frage kommen würde und ich jederzeit die langsamen, aber kontrollierten Fortschritte vorziehen würde.
Viele Grüße,
Schnuh